Full text : Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!

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lasten  damit  vergleicht;  man  denke  nur  an  das  obige  Beispiel:
Bei  100  000  M.  Vermögen  nur  600  M.  Steuer!  Ich  bin  der
festen  Überzeugung,  daß  bei  einer  für  den  einzelnen  derartig  geringen
Steuerbelastung  die  Gesamtheit  der  Steuerpflichtigen  sehr  bald  und
sehr  leicht  sich  für  den  Gedanken  der  Vermögenshaftsteuer  gewinnen
lassen  wird.  Im  übrigen  möchte  ich  hier  darauf  hinweisen,  daß
meine  Idee  bei  dem  Reichsuotopfer,  das  in  30,  jetzt  in  10  Jahren
gezahlt  werden  kann,  in  einem  gewissen  Sinne  schon  berücksichtigt
worden  ist,  nur  mit  dem  Unterschiede,  daß  die  Vermögenshaftsteuer
wirklich  sämtlichen  Besitz  ohne  Ausnahme  zu  den  Tageswerten ­
  heranzieht  und  es  sich  um  eine  jährliche  Wiederholung
handelt,  die  in  gleichmäßig  gerechter  Weise  auch  alle  in  Zukunft
entstehenden  neuen  Vermögen  erfaßt,  dagegen  in  ebenso  gerechter ­
  Weise  Personen,  die  inzwischen  ihr  Vermögen  teilweise  verloren ­
  haben,  durch  Steuerherabsetzung  schützt.
Die  technische  Durchführung  der  Vermögenshaftsteuer  hat  vor
allem  die  Frage  der  Steuererhebung  zum  Gegenstände.  Auch  das
dürfte  m.  E.  kaum  Schwierigkeiten  machen.  Es  muß  hier  der  Grundsatz ­
  zunächst  und  hauptsächlich  der  Selbsteinschätzung  Anwendung
finden,  die  dann  ja  erforderlichenfalls  durch  Schätzungen  dritter  oder,
noch  besser,  Sachverständiger  ergänzt  und  nachgeprüft  werden  kann;
auf  diese  Weise  wird  man  den  Gefahren  der  Selbsteinschätzung
wirksam  begegnen.
Selbstverständlich  würde  sich  die  Selbsteinschätzung  nicht  nur  auf
alles  dem  Erwerb  dienende,  sondern  auch  auf  alles  private  Besitztum,
wie  z.  B.  Luxusgegenstände,  kostspielige  Wohnungseinrichtungen,  Juwelen, ­
  wertvolle  Sammlungen  und  bergt,  zu  beziehen  haben.  Die  Entgegnung, ­
  daß  dies  alles  totes  Kapital  sei,  das  keine  Zinsen  bringt,  ist  nicht
berechtigt.  Wenn  jemand  beispielsweise  von  früher  her  eine  Wohnungseinrichtung ­
  von  fünf  Zimmernbesitzt,die  heute  einen  WertvonlOOOOOM.
hat,  so  muß  ihm  absolut  klar  sein,  daß  auf  diesem  Besitz  zum  zehnten
oder  entsprechenden  Teil  die  Staatsschulden  ruhen.  Er  ist  also  verpflichtet, ­
  den  zehnten  Teil,  also  10  000  M-,  mit  6  Prozent  an  den
Staat  zu  verzinsen  und  zu  amortisieren,  d.  h.  also  600  M.  Vermögenshaftsteuer ­
  jährlich  zu  entrichten.  Sollte  er  dies  nicht  können  oder
nicht  wollen,  so  kann  er  ja  ein  Zimmer  für  20  000  M.  verkaufen
und  diese  Summe  in  fünfprozentiger  Staatsanleihe  anlegen,  so  daß
er  dadurch  eine  Einnahme  von  1000  M.  jährlich  hat.  Er  könnte
            
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