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sind und damit zwei Wirkungen von Änderungen in der Ka
pitalnachfrage in Erscheinung treten: Änderung des Kapi
talwertes (Zins) und des Zahlungsmittelwertes (Dollarkurs),
Für den Verkehr bedeutet das, daß in Zeiten teuren Geldes
die starke Nachfrage zweimal bezahlt werden muß, einmal
als erhöhter Zins und weiter als erhöhter Preis für die Her
gabe gemünzter Zahlungsmittel, In Zeiten großer Geld
fülle liegen die Verhältnisse nicht einfach umgekehrt, etwa
so, daß eine Art von Deport berechnet wird, sondern der
niedrigste Dollarkurs steht noch immer beträchtlich über
Parität, und unter den häufig notierten Zinssatz „nil“, d. h,
ohne Zinsvergütung, kann füglich nicht gegangen werden.
Hier seien die im wesentlichen zutreffenden Ausfüh
rungen Swobodas über den mexikanischen Dollar hinzu
gefügt: „Das Wertverhältnis des Dollars zum Tael schwankt
in den Grenzen von 71 bis 78 Schanghai-Taels für 100 mex.
$, Gewöhnlich gelten in Schanghai:
100 $ = 74 Schanghai-Taels,
also 1 „ = 74 Kandareens,
Der Preis fällt in der stillen Geschäftszeit und steigt,
wenn der örtliche Bedarf wieder größere Nachfrage herbei
führt und auch fast regelmäßig zu der Zeit, wenn die Seiden
ausfuhr beginnt, weil diese Münzen zu dem Einkauf von
Seide in den südlichen Provinzen verwandt werden.“
Vergleicht man nunmehr die Jahresdurchschnitte des
mexikanischen Dollars mit denjenigen der berechneten Croß
rate Hongkong-Schanghai und ferner die beiderseitigen Agio
sätze miteinander, so ergibt sich, daß zwischen beiden eine
Übereinstimmung nicht besteht. Die ersteren Ziffern sind
Sortenkurse, die mit der Gestaltung des internationalen
Zahlungsverkehrs Chinas nichts zu tun haben, sondern an
deren, lokalen Einflüssen unterliegen, während die Ziffern
der Hongkong-Dollar-Notiz eine Croßrate darstellen.
Nach dem Eindruck, den die Diagramme Nr, 21—24
hervorrufen, verlaufen die t, t, Notizen in Hongkong und
Schanghai parallel, die Croßrate müßte also gleich bleiben,
während die Jahresdurchschnitte eine Verschiebung zeigen,
die 1907 besonders groß war. Diese gegensätzliche Erschei
nung, augenscheinliche Parallelität der Linien bei gleich