fullscreen: Die Nationalökonomie in Frankreich

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Schlußwort 
die Einrichtungen der Gegenwart und Vergangenheit nicht er 
forschen, um sie in ihrer zeitlichen und örtlichen Bedingtheit 
zu verstehen, sondern um sie im Dienste ihrer Anschauungen 
und Bestrebungen zu verwerten; als Landry merkt, daß die 
Deduktion ihn nicht zu den gewünschten Schlußfolgerungen zu 
führen vermag, verschmäht er es nicht, auf die Induktion, die 
er erst so sehr in den Schatten gestellt hatte, zurückzugreifen, 
um die erstrebte Richtschnur des Handelns zu gewinnen; ja, selbst 
ein Fanatiker der „positiven“ Methode, wie S imi and, der gegen 
jede normative Volkswirtschaftslehre mobil macht, will die Ge 
setze des wirtschaftlichen Seins nicht so sehr um ihrer selbst 
willen aufdecken, als damit sie der Handlungsweise der wirt 
schaftenden Menschen einen rationellen Untergrund bieten! 
Eine dritte Erscheinung, deren wiederholtes Auftreten auf 
eine entwicklungsfähige Tendenz von allgemeiner Bedeutung 
schließen läßt, ist der Versuch, Individualismus und Interven 
tionismus zu, verbinden. Rossi hatte schon die Auffassung 
vertreten, daß die Ergebnisse der abstrakten Wissenschaft den 
Forderungen von Ethik und Politik, sowie der durch nationale, 
zeitliche und örtliche Besonderheiten jeweils geschaffenen Lage 
unterzuordnen seien. Jourdan meint, die Geschichte lehre, 
daß eine Entwicklung der Freiheit des Individuums mit einer 
solchen der Staatsintervention sehr gut Hand in Hand gehen kann. 
Levasseur verbindet Interventionismus und Individualismus 
in der Weise, daß er das Interventionsbedürfnis, das mit stei 
gender Kultur in der Gesellschaft wächst, als einen Ausfluß des 
Sicherheitsbedürfnisses anspricht, dessen Bestehen nie von der 
klassischen Nationalökonomie angefochten wurde. A. Liesse 
stellt der Doktrin, die aus reiner Theorie und feststehenden 
Dogmen besteht, die den Bedürfnissen der jeweiligen Gegenwart 
angepaßte Interpretation der Doktrin gegenüber. Faure unter 
scheidet theoretische Wissenschaft und wissenschaftliche Kunst 
lehren, die einer Epoche und einem nationalen Milieu eigen 
sind. Claudio - Jannet redet einer Verbindung von „Her 
kommen“ und „Konkurrenz“ das Wort. Souchon, Bêchaux, 
Brocart, Izoulet u. a. streben eine Einheitslehre an, welche 
auf Grund allseitiger Vertiefung der wirtschaftlichen Tatsachen 
kenntnis eine mittlere Linie schaffe, auf der sich Interventionisten 
und Nichtinterventionisten treffen könnten. Die ungefähre Lage
	        
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