Full text : Über asiatische Wechselkurse

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II.  Die  asiatischen  Wechselkurse.
1.  Der  indische  Wechselkurs.
Die  Währung  *)  des  Kaiserreichs  Britisch-Indien  ist  ein
eigentümliches  Gebilde,  Sie  ist  weder  Gold-  noch  Silbernoch
  Doppelwährung  im  üblichen  Sinne,  sondern  ein  System, ­
  das  einzelne  Züge  aller  drei  Währungen  in  sich  vereinigt, ­
  im  übrigen  aber  in  seinem  Aufbau  der  Wirtschaftsverfassung ­
  Indiens  kongruent  ist.  Die  Geldeinheit  ist  bereits ­
  seit  1835  die  silberne  Rupie  (Rp.)  =  16  Annas  =  12
Pie  oder  4  Pesas  1  2 ),  Die  Rupie  wiegt  180  Troygrains  =
11,664  g  bei  einer  Feinheit  von  11/12,  Sie  ist  das  eigentliche
Umlaufsmittel  Indiens  und  für  die  Eingeborenen  mit  ihrem,
an  europäischenVerhältnissen  gemessen,  niedrigen  Standard
of  life  das  „große 11  Geld;  die  kleinste,  technisch  noch  umlaufsfähige ­
  Goldmünze  wäre  in  diesem  Sinne  noch  zu  groß.  Die
daneben  in  geringem  Umfange  vorhandenen  alten  indischen
Goldmünzen  (Mohur  of  Bombay,  Gewicht  11,6638  g,  Feingehalt ­
  0,920,  Stücke  von  1,  1 j 2  und  J / 4  Mohur),  dienen  nicht
dem  Umlauf,  sondern  Thesaurierungs-  und  Schmuckbedürfnissen, ­
  Ihr  ursprünglicher  Wert  war  15  Rp.,  was  bei  dem
gleichen  Feingewicht  der  Rupien  einer  Wertrelation  des
Silbers  zum  Golde  von  1:15  entsprach.  Dem  Zustand,  daß
heute  noch  wie  stets  die  Rupie,  also  eine  bestimmte  Menge
Silbers,  nicht  nur  Umlaufsmittel,  sondern  für  die  Masse  der
indischen  Bevölkerung  auch  tatsächlich  der  Maßstab  aller
Werte  ist,  wird  dadurch  Rechnung  getragen,  daß  die  Rupie
unbeschränkt  gesetzliches  Zahlungsmittel  ist.  Zur  reinen
Silberwährung  fehlt  das  Merkmal  der  freien  Ausprägung,
die  im  Jahre  1893  mit  der  Maßgabe  aufgehoben  wurde,  daß
die  Münze  in  Bombay  und  Kalkutta  Silberrupien  nur  noch
gegen  Einlieferung  von  Gold,  und  zwar  pro  Rupie  7,53344
1)  Ausführliches  über  die  indische  Währung  —  das  Schulbeispiel
für  Währungsprobleme  —  siehe  die  bekannten  nationalökonomischen
Sonderschriften  von  Arnold,  Heyn,  Bothe,  namentlich  aber  Singer
Motive  der  indischen  Geldreform,  ferner  die  erwähnten  Arbeiten  von
Schmalenbach,  Sonndorfer  und  die  Angaben  in  S  w  o  -
b  o  d  a.
2)  Für  größere  Geldbeträge  hat  man;  1  Croce  =  4  Arel  =  100  Lac
=  10  000  000  Rupien.
            
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