69
der Herbst mit seinen verschiedenen Ernten; außerdem sind
übergroße Nachfragen nach Zinn, die natürlich jederzeit ein-
treten können, meistens mit Geldknappheit verbunden.
3, Der Japanische Wechselkurs.
Japan hat seit 1897 Goldwährung 1 ), jedoch sind die
von der Nippon Ginko {Nationalbank) ausgegebenen Bank
noten das eigentliche Zahlungsmittel. Münzeinheit ist der
Gold-Yen 1 2 ) ä 100 Sen ä 10 Rin = 0,75 g Feingold, Ge
prägt werden Goldstücke zu 20, 10 und 5 Yen, während
1 Yen-Stücke auch nicht in Silber geprägt werden, sodaß
auf 5 Yen als nächst kleinere Münze das silberne 50 Sen-
Stück folgt. Eine genaue Wiedergabe des japanischen
Münzgesetzes unter Berücksichtigung der Änderungen von
1906 und 1907 findet sich im Deutschen Handelsarchiv
1909, I, Seite 752.
Als Paritäten ergeben sich aus dem Goldgehalt folgende;
1 Yen = 2,0925 Ji
1 „ = 2 sh 0,58 d.
Als Preisstufen sind bei der Devisennotierung 1 / 4 Pfg,
und 1 / 16 penny üblich, das ist 1,2 bezw. 2,5°/ 00 der Parität.
Als Goldpunkt gegenüber England gelten die Kurse 2/0 B / 16
für Exporte und 2/0 11 / 16 für Importe, doch handelt es sich
dabei lediglich um theoretische Angaben, da Goldverschif
fungen fast stets nur im Verkehr mit den näherliegenden
Vereinigten Staaten von Nord-Amerika stattfinden. Die Spe
sen eines — in keiner Weise üblichen — Goldexports von
Yokohama nach Berlin schätzt man auf ca. 1 / 2 °/ 0 , während
in umgekehrter Richtung überhaupt keine Angaben zu
machen sind.
Die japanische Regierung sucht durch die teilweise zu
diesem Zwecke gegründete Yokohama Speziebank regel
mäßig den Wechselkurs, namentlich aber die Goldbewegung
1) Sonndorfer, Die Währungsreformen in Ostasien und
Ostafrika, Zeitschrift für Handelswissenschaft und Handelspraxis 1910,
Heft 10.
2) Yen = runde Scheibe, vergl, Kussäka, Das japanische Geld
wesen, Berlin 1890.