75
Export aus Japan (Gold u.
1907
1908
1909
1910
Silber zusammen)
—18,8
—3,8
—6,6
—25,2
darunter Silber
0,0
0,1
0,1
2.6
Gold nach China u. Hongkong
18,3
3,1
6,4
17,0
dgl. nach Großbritannien
0,0
—
—
6,0
dgl, nach Vereinigte Staaten
Import nach Japan (Gold
0,4
U,
0,4
—
—
Silber zusammen)
+8,3
+ 17,5
+79,6
+ 17,7
darunter Silber
1,3
0,6
0,8
0,2
Gold aus China
1,5
1,9
4,1
0,4
„ „ Korea
5,4
4,9
6,4
10,8
„ „ Großbritannien
—
2.9
0,0
„ „ Vereinigte Staaten
—
54,1
6,3
„ „ Australien
—
6,8
14,2
Die allgemeine Wirtschaftslage Japans in der Zeit von
1907—1910 gestaltete sich nach den Berichten des „Finanziellen
und wirtschaftlichen Jahrbuchs von Japan“ wie folgt:
„Das Wirtschaftsleben in 1907 stand unter dem Zeichen des Börsen-Rückschlags
1 ) auf die Gründerperiode, die nach dem Kriege plötzlich
im ganzen Lande eingesetzt hatte. Trotz der auf dem Geldmärkte
herrschenden Flauheit konnte die landwirtschaftliche Bevölkerung
dank der günstigen Seiden- und Reisernte eine Zunahme ihrer Einkünfte
verzeichnen, Der auswärtige Handel machte anfangs Fortschritte,
aber mit dem September begannen die Silberpreise zu fallen
und Japans Handel mit China erfuhr dadurch einen schweren Schlag.
Die Kupferausfuhr geriet wegen sinkender Preise in Stockung und
hierzu kam noch die amerikanische Panik, die Japans Seidenausfuhr
nach Nordamerika beträchtlich zurückgehen ließ.
Die wirtschaftliche Lage zu Beginn des Jahres 1908 zeigte noch
keine merkliche Besserung, Die Preise für Silber und Kupfer hielten
ihre gedrückte Tendenz bei und der immer größer werdende Überschuß
der Einfuhr ließ die Vorräte an Rohseide, Baumwollgarn, Textilwaren
und allen anderen Gütern anwachsen, Namentlich der Handel
mit China, der im März-April am schwersten daniederlag, zeigte
das ganze Jahr hindurch eine große Flauheit 1 2 ), Auch der Ausfuhrhandel
mit den Vereinigten Staaten konnte sich noch nicht erholen.
Das Jahr 1909 brachte einen ungemein flauen Geldmarkt, sodaß
1) Nach einem Bericht des Kaiserl. Konsulats in Kobe (Nachrichten
für Handel und Industrie, 1908, Nr, 94) betrugen die Börsenumsätze
in Tokio 114,3 Milk Yen im Jahre 1906, während sie in den
vorhergehenden 10 Jahren sich um etwa 20 Mill. Yen bewegt hatten.
2) Das ist zurückzuführen auf den im März 1908 beginnenden
Boykott japanischer Waren in China, der das ganze Jahr anhielt.
Deutsches Handelsarchiv, 1910, II„ Seite ,273.