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Auf Seite 39 und 77 finden sich die Jahresdurchschnittssätze
seit 1893 und in den später folgenden Wechselkursdiagram-
men von Hongkong und Schanghai graphische Darstellun
gen des Silberpreises in den Jahren 1907—1910. Aus
beiden Angaben ist die Kursentwicklung hinreichend zu er
sehen. Für die hier behandelte Periode ist namentlich der
große Preisfall im Herbst 1907 von rund 24 1 / 2 °/ 0 , zu beachten.
Als wichtigste Preisfaktoren sieht man in London die
von Indien, China und Amerika erfolgenden Abgaben und
Ankäufe bezw. deren vielgestaltige Ursachen an. Nament
lich wirken der Ausfall der Ernten und die Regenentwick
lung in Indien auf die Stimmung des Londoner Marktes ein.
So wird z. B. der erwähnte große Preissturz im Jahre 1907
in allen vorliegenden Berichten übereinstimmend auf die
schlechte Regenzeit, Mißernten und Hungersnot in vielen
Distrikten Indiens zurückgeführt; dadurch sei die indische
Regierung zur Einstellung ihrer Silberankäufe zu Münz
zwecken veranlaßt worden und auch sonst habe sich der
Silberimport automatisch verringert. Dem ist in solcher Aus
schließlichkeit nicht beizustimmen. Der indische Import hat
zwar nachgelassen, aber in größerem Umfange erst von 1909
an. Außerdem ergibt, sich aus den Münzausgabeziffern auf
Seite 44, daß das Jahr 1907 einen Rekord in der Ausgabe
von Rupien aufstellt f261 Mill. Rp. gegen 180—200 Milk in
den Vorjahren), und daß auch in 1908 mit 168 Mill, Rp, ein
sehr hoher Betrag in LImlauf gebracht wurde. Erst 1909
werden die Ziffern sehr klein; dazu paßt das Nachlassen der
Importe für Regierungsrechnung in diesem Jahre.
Der wichtigste Grund jedoch gegen die Annahme, daß
der indische Bedarf die Preisgestaltung von 1907 bedingt
habe, ist in der fast parallelen Entwicklung des Silberpreises
zu den Preisen anderer Metalle zu sehen. Aus einem ge
druckt vorliegenden umfangreichen Preisdiagramm der Me
tallfirma Vivian, Younger & Bond, London, Leadenhallstr.
1) Die Linie stellt zwar die Reduktionen der Londoner Silber-
Preise auf das Feinsilbergewicht des Hongkonger Dollars bezw.
Schanghai-Taels dar, also zwei Münzparitäten zum Londoner Kurs,
doch würde eine einfache Zeichnung des Londoner Silberpreises ge
nau so verlaufen, da es sich stets um dieselbe Reduktion handelt.