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27, Baltic House, von dem sich ein Exemplar im Archiv der
Kölner Hochschulen befindet, ist die Preisentwicklung von
Silber, Zinn, Blei, Kupfer und Eisen während der Jahre
1893—1909 ersichtlich. Darin zeigen die Preiskurven für
Blei, Kupfer und Silber eine außerordentlich starke Paralle
lität, während die Linie für Eisen flacher, diejenige für Zinn
in ihren Bewegungen schärfer betont verlaufen, im übrigen
aber auch noch eine weitgehende Gleichmäßigkeit aufweisen.
Und zwar zeigt sich dieser nahezu parallele Verlauf der
verschiedenen Metalle sowohl bei kleineren Schwankungen
wie vor allem bei Preisänderungen, die sich im Laufe län
gerer Perioden vollzogen haben. Gerade der große Preis
sturz im Jahre 1907 findet sich nicht nur für Silber, sondern
ebenso stark oder noch stärker für Blei, Zinn, Kupfer und
Eisen, nur daß bei den beiden letzten Metallen die Baisse
schon einige Monate vorher einsetzte.
Im ganzen geben die Bewegungen dieser Preise den
Verlauf der Weltkonjunktur wieder; auf den Höhepunkt zu
Beginn des Jahrhunderts folgt der Abfall, von 1903 an die
neue Aufwärtsbewegung, bis 1907 die letzte Depression ein
setzte. Seit 1898 — das ist das Jahr, in dem in Indien der
Relationskurs von 16 d erreicht wurde — erscheint der Sil
berpreis fest in das Auf und Ab der Konjunkturbewegung
eingespannt, während er von 1893—1898 zwar eine Eigen
bewegung zeigt, aber dennoch, wenn auch schwächer, von
den Schwankungen der anderen Metalle beeinflußt zu sein
scheint. Diese Eigenbewegung zeigt sich zunächst in einem
dauernden Preisfall von 54 1 / 2 d im Jahre 1891 auf 27 1 / 2 im
Jahre 1894 als Rückschlag der auf die Sherman-Bill folgen
den Spekulation; gleichzeitig weisen aber auch die vier an
deren Metalle einen ebenso lange dauernden Rückgang auf.
Von Herbst 1896 bis September 1897 fiel der Silberpreis
unabhängig von anderen Preisen stark, um im nächsten Mo
nat bereits das Meiste wieder aufzuholen; diese Eigen
bewegung dürfte auf die indische Währungsreform zurück
zuführen sein. Am 16. September 1897 wurden die indischen
Münzstätten für die freie Ausprägung von Gold geöffnet,
und damit war allen Hoffnungen auf ein Fiasko der Reform
der Boden entzogen. Da außerdem ein Vergleich mit den