Full text : Gleichberechtigung von Kapital und Arbeit

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ob  auch  mit  der  notwendigen  Sparsamkeit  vorgegangen  wird,  was
keineswegs  ohne  weiteres  glaubhaft  erscheint.  Neue  Lohn-  und
Gehaltserhöhungen,  die  von  der  Regierung  aus  vorgenommen
werden,  verschieben  außerdem  noch  die  Etatszahlen  zuungunsten.
Die  außerordentlich  schwere  Belastung  des  Verbrauches  kann  auch
nur  Warenverteuerung  und  damit  weitere  Lohnerhöhungen  heraufbeschwören, ­
  die  berüchtigte  Schraube  ohne  Ende  macht  schon
wieder  gewaltige  Umdrehungen.  Die  Entschuldigung  der  Regierung
muß  man  bis  zu  einem  gewissen  Grade  gelten  lassen,  die  Deckung
der  Ausgaben,  die  möglichste  Deckung  muß  hergenommen  werden,
wo  überhaupt  etwas  erfaßt  werden  kann.  Die  riesigen  Vermögenssteuern ­
  mit  den  —  nennen  wir  es  —  Reparationszuschlägen  sind
ebenfalls  nicht  unbedenklich,  da  die  Produktion  dadurch  gelähmt
wird,  und  in  der  Heranziehung  ausländischen  Kapitals  in  die
deutsche  Wirtschaft  muß  man  äußerste  Vorsicht  walten  lassen,
damit  die  sogenannte  Überfremdung  trotz  aller  „Entgiftung“,
die  man  vornehmen  will,  nicht  zu  einer  wirklichen  Überfremdung
führt.
Der  Schwierigkeiten  sind  so  viele,  daß  man  sich  ernstlich  nach
anderen  Möglichkeiten  umsehen  muß,  um  wirklich  das  Loch  im
Etat  stopfen  zu  können.  Gibt  es  denn  wirklich  keinen  Ausweg  ?
Wenn  wir  danach  suchen,  so  müssen  wir  in  erster  Linie  in  Betracht
ziehen,  worauf  es  denn  jetzt  eigentlich  ankommt.  Erstens  muß
das  Reich  Geld,  sehr  sehr  viel  Geld  auf  einmal  und  möglichst ­
  schnell  in  die  Hand  bekommen,  und  zweitens
dürfen  dadurch  nicht  die  Quellen  zum  Versiegen  gebracht
werden,  die  dauernd  weiter  die  notwendigen  ungeheuren
Beiträge  zur  Reparation  und  für  die  Staats-  und  Volksbedürfnisse ­
  liefern  sollen.  Bei  der  erschöpfenden  Ausbeutung
aller  Steuerquellen  kann  die  schleunige  und  umfangreiche  Beschaffung ­
  großer  Geldmittel  leicht  zur  Folge  haben,  daß  die  laufenden ­
  Steuererträge  überanstrengt  werden,  daß  aus  den  noch  verbleibenden ­
  volkswirtschaftlichen  Werten  in  absehbarer  Zukunft
nichts  mehr  herausgepreßt  werden  kann.  Hat  nun  die  Regierung
das  Mittel  gefunden,  das  eine  zu  tun  und  das  andere  nicht  damit
zu  vernichten  ?  Ich  glaube,  sie  ist  auf  einem  guten  Wege  dazu.
Wenigstens  sind  Ansätze  vorhanden,  die,  weiter  ausgebaut,  immerhin ­
  eine  Möglichkeit  erschließen  könnten.  Ich  meine  hier  die
Kapitalisierung  der  Körperschaftssteuer  durch  Anforderung  von
Genußscheinen  der  dieser  Steuer  unterliegenden  Gesellschaften.  Es
ist  bisher  nur  ein  Ansatz  zu  einer  wirklichen  Steuerreform,  dessen
            
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