Object: Die Theorie der Volkswirtschaft

Markt setzten also eine beschränkte Anzahl von Handwerkern 
voraus, weil die Zahl der Auftraggeber ebenfalls beschränkt ist. 
Selbstverständlich kam auch zu dieser Zeit ein Warenaustausch 
unter einzelnen Gebieten vor, gewisse Produkte wurden in ent 
fernten Städten und Ländern verkauft, aber dieser Handel spielte 
eine ganz geringe Rolle. In der Hauptsache arbeiteten die Hand 
werker für den nächsten Markt. Daher waren die Handwerker 
auch bestrebt, nicht nur die Zufuhr auswärtiger Waren, sondern 
auch die einheimische Produktion zu beschränken. Allmählich 
werden die Zahl der Handwerker und ihrer Gehilfen, die 
Warenpreise usw. reguliert, der Einfuhr fremder Waren werden 
Hindernisse in den Weg gelegt, der Handel mit Gewerbeerzeug 
nissen wird Nichthandwerkern verboten, und sonstige derartige 
Maßregeln werden unternommen, um den Handwerkern ein aus 
kömmliches Dasein zu sichern. 
Zu Ende des Mittelalters ist dennoch eine Umwälzung vor 
sich gegangen, die von gewaltigen Folgen begleitet war, und die 
die scheinbar feste Rayonwirtschaft auflöste und zur Bildung der 
Volkswirtschaft führte. Der Übergang zur Produktion 
für einen ausgedehnten Markt außerhalb der Stadtgrenzen er 
scheint somit als eine neue Stufe in der Entwicklung des Ge 
werbes, das jetzt die Form der Hausindustrie annimmt. Die 
Produktion für einen unbestimmten Markt schuf die Volkswirt 
schaft. Die Erzeugnisse entfernter Städte erscheinen jetzt auf 
dem einheimischen Markt, und ebenso arbeiten die einheimischen 
Handwerker nicht nur für ihre Nachbarn, sondern auch in zu 
nehmendem Umfange für die entfernten Märkte, wohin ihre 
Erzeugnisse durch die Händler und Verleger gebracht werden. 
III. 
Gewöhnlich wird die Entwicklung der Volkswirtschaft aus 
der Rayonwirtschaft und die Auflösung des mittelalterlichen 
Handwerks dadurch erklärt, daß die Städte und später auch 
ganze Länder die Freiheit des inneren Handels proklamiert 
hätten. Diese Erklärung kann man indes nicht als befriedigend 
betrachten, weil doch die Frage eben darin besteht, woher das
	        
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