2. Begriff und Arten des Handels.
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man zwischen dem Großhandel und dem Detailhandel. Den ersteren
vertreten diejenigen Kaufleute, welche, wenigstens der Regel nach, nicht unmittelbar
mit den eigentlichen Konsumenten in Verbindung stehen, sondern die gekauften
Waren an Wiederverkäufer oder an Gewerbetreibende zu weiterer Verarbeitung ab
fetzen; der letztere dagegen hat die Aufgabe, das Publikum unmittelbar mit allen
Gebrauchs- und Verbrauchsgegenständen zu versorgen, die nicht direkt von den Pro
duzenten entnommen werden. Der Großhandel wird im allgemeinen nur Waren
in größeren Quantitäten verkaufen, deren weitere Teilung den Detaillisten zufällt.
Der Detailhandel aber ist in den meisten Fällen Kleinhandel, d. h. seine
einzelnen Geschäfte bewegen sich in kleinen Summen, wie sie sich nach dem täglichen
Bedürfnis des Konsumenten bestimmen, und auch der gesamte Umsatz eines Jahres
bleibt im Vergleich mit dem eines Großhandlungshauses mäßig. Doch gibt es auch
Detailhandlungen, die sich, sei es hinsichtlich der Durchschnittsgröße ihrer einzelnen
Verkäufe, fei es ihres Jahresumsatzes, mit den meisten Großbetrieben messen können.
Hierher gehören z. B. die großen Iuwelenläden und andererseits die bazarartigen
Magazine von Kleiderstoffen und Modewaren in den großen Städten, von denen
manche jährlich viele Millionen umsetzen. Es ist dies also „Detailhandel im großen".
Eine scharfe Grenze zwischen Groß- und Detailhandel ist übrigens nicht zu ziehen,
zumal manche Kaufleute beide Arten von Geschäften vereinigen. — Zu den niedrigsten
Formen des Kleinhandels gehört der H ö k e r h a n d e l, der gewöhnliche Lebens
mittel in kleinen Quantitäten nicht von einem Laden, sondern von einem offenen
Stand aus verkauft. T r ö d e l h a n d e l ist der Kleinhandel mit bereits gebrauchten
Sachen, wie alten Kleidern, Betten, Metallgeräten rc. — Im Effektenhandel bestehen
zwar sehr beträchtliche Unterschiede hinsichtlich der Größe der einzelnen Unter
nehmungen und ihrer durchschnittlichen Operationen, aber der Detailhandel läßt sich
hier nicht leicht von den übrigen Geschäften absondern. Doch gelten im allgemeinen
die sog. Wechselstuben als die Vertreter des ersteren, indem dieselben nicht nur den
gewöhnlichen Geldwechsel betreiben, sondern auch den Ankauf und Verkauf von Wert
papieren in kleinen Beträgen.
Nach dem geographischen Gebiete, über welches der Handel sich erstreckt, er
scheint derselbe als Binnenhandel und als auswärtiger Handel.
Letzterer wird im allgemeinen nur als Großhandel in Betracht kommen. Er speziali
siert sich in Ausfuhr- und Einfuhrhandel, indem gewisse Kaufleute sich
ausschließlich oder vorwiegend darauf verlegen, entweder einheimische Produkte im
Ausland abzusetzen (Export- oder Ausfuhrhändler) oder ausländische Erzeugnisse auf
den heimischen Markt zu bringen (Import- oder Einfuhrhändler). Von günstig
gelegenen Plätzen aus wird auch vielfach Zwischenhandel getrieben (früher
auch „Ökonomiehandel" genannt), indem im Auslande gekaufte Waren wieder nach
auswärts verkauft werden, wodurch für die Produktionsländer eine indirekte
Ausfuhr und für die Konsumtionsländer eine indirekte Einfuhr entsteht.
Die Gesamtheit der Handelsbeziehungen zwischen den verschiedenen Völkern und
Ländern bildet den Welthandel. In demselben verhalten sich die weniger ent
wickelten Völker mehr passiv, indem sie nicht aus eigener Initiative Handelsver
bindungen im Auslande anknüpfen, sondern es den fremden Kaufleuten überlassen,
ausländische Waren zuzuführen und einheimische dafür auszuführen. Diesem
Passivhandel, von dem China noch immer das wichtigste Beispiel darbietet,
steht der A k t i v h a n d e l der mit selbständigem Unternehmungsgeist, eigenem
Kapital und eigenen Schiffen die Gewinnung auswärtiger Märkte erstrebenden
Nationen gegenüber. — Es ist ferner der seßhafte und der Wanderhandel
zu unterscheiden, je nachdem der Unternehmer von einem festen, ständigen Sitz aus
seine Geschäfte leitet oder selbst mit seinen Waren von Ort zu Ort oder von Land