Object: Sittlichkeit in Ziffern?

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Vierter Teil. 
pflichtete: „Den Namen und Stand des außerehelichen Vaters 
nennt uns in Berlin keine amtliche oder private Mitteilung. Aber 
es schallt uns in vielstimmigem Chor entgegen: Die Wohlhaben- 
den sind es, welche auf Kosten der Reinheit und Unantastbarkeit 
des Familienlebens der Armen ihre Geschlechtsgenüsse über 
die durch Rechtsordnung gesteckten Schranken zu erweitern 
suchen 2,“ Der Vorwurf Neumanns hat sich jedoch, wie Speich 
sehr richtig bemerkt, als nicht gerechtfertigt erwiesen. Unter- 
suchungen für Leipzig und Frankfurt a. M. und auch unsere 
Ergebnisse zeigen das Gegenteil. Auch die Ergebnisse Neumanns 
selbst stehen im Widerspruch zu seiner Anschuldigung, da auch 
er fand, daß der größere Teil der Väter den unteren Klassen an- 
gehörte. Er führte dies aber auf den Umstand zurück, daß es 
sich bei seinen Untersuchungen, die er auf die Register der 
Amtsvormundschaften stützte, gerade um Kinder aus den ärm- 
lichsten Verhältnissen handelte. Es muß allerdings zugegeben 
werden, daß es bessergestellten Vätern eher gelingen wird, die 
Differenzen auf gütlichem Wege zu regeln und somit die In- 
anspruchnahme der Vormundschaft wegfallen kann, so daß 
dann auch keine Details über solche Väter in amtliche Akten 
gelangen können 30. 
Auch der Prostitution bedient sich, wo diese billig, keines- 
wegs ausschließlich der Reiche oder Angehörige der Mittel- 
stände, sondern ebenfalls der Proletarier. Das lehrt jede 
Einsicht in die in Frage stehenden Verhältnisse schon auf den 
ersten Blick, Zwar hat festgestellt werden können, daß die 
eigentlichen Zentren der Prostitution nicht in ausgesprochenen 
Fabrikstädten, sondern in Groß- und Mittelstädten mit starker 
sozialer Klassenmischung liegen. Die Nachfrage nach den Pro- 
stituierten wird durch Männer aus denjenigen Bevölkerungs- 
29 Neumann, Die unehelichen Kinder in Berlin und ihr Schutz, 62. Bd. 
des Jahrbuchs für Nationalökonomie und Statistik, Jena 1894, S. 517. 
30 Speich, S. 119.
	        
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