Full text : Übervölkertes Land

30

Das  Städtewesen

Heute  fällt  es  wohl  keinem  Bauerssohn  und  keinem  landwirtschaftlichen ­
  Arbeiter  mehr  ein,  der  Stadt  oder  der  Fabrik
zuzustreben.  Die  Landwirtschaft  nährt  heute  eben  ihren  Mann,
und  mit  Sehnsucht  blickt  mancher  kleine  Beamte  heute  nach  dem
Bauernhöfe  zurück,  den  er  vor  Jahren  freiwillig  verlassen  hat.
Unzweifelhaft  geht  heute  der  Zug  der  Bevölkerung  in  entgegengesetzter ­
  Richtung:  Die  Stadt  flüchtet  auf  das  Land.  Mancher
kleine  Beamte  und  Geschäftsmann  in  der  Stadt  streben  danach,
auf  dem  Lande  ein  kleines  Besitztum  zu  erwerben,  um  dann
selbst  ihren  Kohl  bauen  zu  können,  selbst  eine  Ziege  oder  gar
ein  Schwein  halten  zu  können  und  daneben  auch  Kleintierzucht
zu  treiben.
Wer  aber  der  Stadt  nicht  entrinnen  kann,  sucht  sich  wenigstens
durch  einen  Schrebergarten  einen  Teil  seines  Gemüsebedarfes  zu
decken,  und  er  ist  glücklich,  wenn  er  der  Scholle  einige  Häuptel
Salat,  dann  auch  Spinat,  Bohnen,  Erbsen,  Kohl  und  andere  köstliche ­
  Dinge  abzuringen  vermag  ...»
In  Österreich  hat  also  die  Bevölkerung  unter  dem  Zwang
der  Verhältnisse  jenen  Weg,  den  wir  ihr  nach  dem  Ergebnis
unserer  theoretischen  Erörterungen  anraten  müßten,  bereits  betreten. ­
  '
In  anderen  Ländern,  die  momentan  nicht  so  hart  leiden,
wird  die  Überschätzung  der  industriellen  Kultur  vielleicht  noch
einige  Zeit  dauern.  Aber  auch  sie  werden  früher  oder  später  den
Weg  zur  Scholle  zurückfinden  müssen.
Es  ist  dies  einer  von  den  Rettungswegen,  die  wir  in  den
folgenden  Kapiteln  besprechen  wollen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.