Full text : Übervölkertes Land

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Europäische  Kolonisation

Millionen
Hektoliter
Nun  betrug  die  Getreideernte  der  wichtigsten  europäischen ­
  Staaten  im  Jahre  1901  1742
Wenn  es  gelänge,  den  Hektarertrag  überall  auf  35
Hektoliter  (Belgien)  zu  steigern,  würde  man  bei  gleichbleibender ­
  Anbaufläche  ernten  4593
Durch  Waldrodung  könnte  die  Anbäufläche  um  82'9
Millionen  Hektar  gesteigert  werden,  so  daß  sie  statt  1312
Millionen  Hektar  214‘1  Millionen  Hektar  betrüge.  Diese
würde  bei  einem  Ertrag  von  35  Hektoliter  pro  Hektar
eine  Ernte  ergeben  von  ...............  ;•.  .  7494
Versuchen  wir  nun,  einen  beiläufigen  Überblick  zu  gewinnen,
für  welche  Bevölkerungszahl  diese  gesteigerte  Produktion  ausreichen ­
  würde.  Das  ist  natürlich  nicht  so  einfach.  Wenn  wir
uns  aber  die  Sache  erleichtern,  indem  wir  uns  nur  an  das  Hauptnahrungsmittel, ­
  das  Getreide,  halten,  läßt  sich  immerhin  eine
beiläufige  Kalkulation  aufstellen.
Nach  den  mir  eben  zur  Verfügung  stehenden  Daten  berechnete ­
  sich  die  Getreideernte  ganz  Europas  (in  den  eben  gemachten ­
  Angaben  fehlen  einige  Staaten)  an  Weizen,  Roggen,
Gerste,  Hafer  in  den  letzten  Jahrzehnten  vor  dem  Weltkriege
auf  etwa  1827  Millionen  Hektoliter.  Nach  der  Größe  ihrer  Getreideeinfuhr ­
  rangierten  die  Staaten  folgend:  Großbritannien,
Deutschland,  Belgien,  Niederlande,  Frankreich,  Dänemark,  Schweiz,
Italien,  Norwegen,  Spanien,  Portugal,  Schweden,  Griechenland.
Am  wenigsten  Einfuhr  bedurfte  Österreich-Ungarn.  Diese  Staaten
führten  in  Summe  etwa  286  Millionen  Hektoliter  ein;  da  ihr
Gesamtverbrauch  etwa  1777  Millionen  Hektoliter  jährlich  betrug,
machte  die  Einfuhr  zirka  15°/ 0  des  Gesamtverbrauohes  aus.
Rußland,  Rumänien,  Bulgarien  und  Serbien  erzeugten  mehr
Getreide  als  sie  brauchten.  Sie  führten  zusammen  zirka  141  Millionen ­
  Hektoliter,  und  zwar  hauptsächlich  in  die  europäischen
Bedarfsstaaten  aus,  das  sind  7%  des  Einfuhrbedarfes  derselben;
zirka  145  Millionen  Hektoliter,  das  sind  8%  der  Einfuhr  kamen
aus  außereuropäischen  Ländern.
Es  würde  also  damals  _  genügt  haben,  wenn  man  die
Getreideernte  Europas  um  8%  hätte  steigern  können,  um
            
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