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Marine (VII)
mit ihren enormen ©rforberniffen für <per[onal= unb Sadfjausgaben
haben baljer auch ftets bte höd)[ten Summen im Reichshaushalts=
plan aufgumeifen gehabt. Sie finb baffer auch [lets ©egenftanb
ber lebhafteren unb intereffanteften ^arlamentsbebatten im beut=
fdf)en Reichstag gewefen.
Refonbers hat es [ich babei um bie immer toieber erneut aufge=
rollte ^ringipienfrage gehanbelt: Vergibt fid) ber Reichstag etwas
an ¡einem ihm guftehenben Rusgabebewilligungsrecht, wenn er
bie non ben oerbünbeteri Regierungen »erlangten Solbaten unb
Skiffe in ber aud) »on ihm [elbft anerïannten Rtenge auf eine
längere ^eriobe bewilligt, be^w. greift er ben ionftitutionellen
Renten bes beutfdjen Rottes oor, wenn er über feine eigene
Rtanbatsbauer hmaus bie feeres» unb Rtarineausgaben feftlegt?
Die Rorbbeutfctje Runbesoerfaffung hatte einen Rtilitäretat
im heutigen Sinne gar nicht getannt. Rrtitel 60 normierte
bie griebenspräfengftärte bis 1871 auf 1% ber Runbesbeoölte-
rung oon 1867, unb bem Runbesfelbherrn (5tönig SBilhelm I.)
würben für ¡eben Rtann 225 later pro 3al)r 3ur Verfügung ge=
[teilt, wooon [amtliche -ftoften gu beftreiten waren. Dies Spftem
blieb bis 1874 intraft, unb würbe bann burd) bas jetjt gettenbe
abgelöft, wonach auch ber Rtilitäretat titelweife bewilligt wirb.
Die ©efetje, welche gur 3eit bie 0eeres= unb RtarineoerhäIt=
niffe regeln, finb bie nachftehenb im Rusgug wiebergegebenen.
©efeh betreffenb bie griebenspräfengftärte bes beutfchen
feeres. Rom 15. Rpril 1905.
§ i.
©om 1. SIpril 1905 ab toirb bie gfriebenspräfenäftärte bes beulten ôeeres als
3abresburcbi<bnittsjtärle allmäi)li<i) berart erhöbt, ba|} [ie im Kaufe bes ^Rechnungsjahres
1909 bie 3abl oon 504665 (Gemeinen, (¡Befreiten unb ¡Dbergefreiten erreicht, unb im
Kaufe bes ¡¡Rechnungsjahres 1910 auf 505839 erhöbt toirb.
2In biefer griebenspräfengftärie finb beteiligt ©reuten, einfcbliefjlicb ber unter
preufjijcber KRilitäroermaitung ftebenber Kontingente
mit 392979
Sapern ,, 55424
SBürttemberg 19 725
(Gemeinen, (Gefreiten unb Dbergefreiten ufto.