Full text : Der Zucker im Kriege

Natürlich  mußte  mit  der  Steigerung  des  Rüben-  und  Rohzuckerpreises ­
  auch  eine  Höhersetzung  der  Verbrauchszuckerpreise  verbunden ­
  sein.  Diese  hatten  ab  Erzeugungsstätte  zu  Beginn  des  Krieges
im  Durchschnitt  etwa  20  Pfennig  für  das  Pfund,  auf  die  billigste
Melissorte  gerechnet,  betragen.  Dieser  Preis  war  vom  Mai  1916  ab
aus  23,10  Mark  gestiegen.  Jetzt  wurde  der  für  den  Mundverbrauch  bestimmte ­
  Zucker  auf  23,35  Mark  für  den  Zentner  ab  Fabrik  festgesetzt.
Das,  was  er  gegen  diesen  Preis  teurer  verkauft  wird,  bleibt  als
Nutzen  dem  Handel,  soweit  er  nicht  völlig  ausgeschaltet  ist,  oder  den
Kommunalverbänden.  Bedauerlich  ist  diese  Preissteigerung  eines  so
wichtigen  Nahrungsmittels  wie  des  Zuckers  sicherlich,  doch  steht
Deutschland  mit  seinen  Verbrauchszuckerpreisen  immer  noch  günstiger
da  als  das  Ausland,  wie  der  Vergleich  mit  den  Zuckerpreissteigerungen
zeigt,  die  neutrale  und  feindliche  Länder  auf  sich  zu  nehmen  hatten.
Es  stiegen,  nach  einer  von  Richter  &  Schatz  aufgestellten  Berechnung, ­
  die  Preise  für  Verbrauchszucker  von  Ende  Juli  1914  bis
zu  den  Notierungen  im  Dezember  1916:
Steigerung
in  Deutschland  für  Melis  vom  Juli  1914  bis  August  1917  von
J(  19.—  mit  Sack  auf  Ji  23,96  ohne  SackÄ  24,425  mit
Sack  für  den  Zentner,  —  also  um  28,5  %
in  Österreich  für  raffinierten  Zucker  vom  31.  Juli  1814  bis  De»
zeinber  1916  von  Kronen  74,75  auf  Kronen  199,—  für
109  kg,  =  also  um  34,—  %
in  Holland  für  raffinierten  Zucker  vom  31.  Jnli  >914  bis  Dezember ­
  1916  von  Gilden  16,25  -fi  Gulden  27,—  für  Inlandsteuer
  =  Gulden  43,25  auf  Gulden  59,26,  =  .  ,  .  .  also  um  16,184  %
in  Frankreich  für  Weißzucker  Nr.  3  vom.  29.  Juli  1914  bis  Dezember ­
  1916  von  Frcs.  33,59  -p  Frcs.  25,—  Julandsteuer  —
Frcs.  68,69  auf  Frcs.  131,—  für  190  kg  für  Gemahlene,
also  um  124,—  %
in  England  vom  27.  Juli  1914  bis  Dezember  1916  von  8b.  12/5'/«
für  Kristalle  Nr.  1  aus  8b.  42/7 1 / 2  für  Lyle,  s  Kristalle  Nr.  1
für  Cwt.,  —  also  um  243,—  %
in  Rußland  für  Saudzucker  in  Kiew  vom  Juli  1914  bis  September
1917  von  Rubel  4,99  auf  Rbl.  7,40  für  Pud,  —  .  .  also  im  81,—  %
für  Sandzucker  in  Petersburg  vom  Juli  1914  bis  September
1917  von  Rubel  4,—  ans  Rbl.  7,40  für  Pud,  —  .  .  also  um  85,—  %
in  Amerika  für  Grannlated  vom  31.  Juli  1914  bis  Dezember  1916
von  Cts.  4,40  auf  Cts.  7,20  für  >b.,  —  also  um  64,—  %
Auch  wenn  man  den  Preis  betrachtet,  den  das  Kilo  Brotzucker
im  Oktoher  1916  bei  unmittelbarem  Bezug  vom  Erzeuger,  ohne
            
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