Full text: Vieh und Fleisch in der deutschen Kriegswirtschaft

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Für eine genaue Berechnung des berechtigten Kleinhandelspreises 
ist eine gewissenhafte Erhebung aller einzelnen Schlachtgewichte uner 
läßliche Vorbedingung. Eine Beschränkung auf von Zeit zu Zeit 
stattfindende Probewägungen, wie sie in einigen großen Versorgungs- 
rerbänden geschieht, kann zu verhängnisvollen Irrtümern führen. 
Wo der Fleischer ganze Tiere zugewiesen erhält, die er dann an 
eigener Schlachtstätte schlachtet, empfiehlt es sich, den Fleischbeschauer, 
oder eine andere geeignete Person zur Feststellung der Schlachtgewichte 
durch Privatvertrag zu verpflichten. Unbedingt erforderlich ist es, 
zu diesem Amte nur solche Personen zu bestellen, die eine entgegen dem 
Handwerksbrauche erfolgte, zur Verminderung der Schlachtausbeute 
führende Ausschlachtung sofort zu erkennen vermögen. 
d) Neben ausbeute. 
Der Begriff der Nebenausbeute richtet sich nach den über die 
Ermittlung des Schlachtgewichts festgesetzten Bestimmungen. Sie 
besteht im allgemeinen aus Haut (mit Hörnern, Klauen, Borsten), 
Rohfctt und dem sogenannten Krame. Z u m K r a m e g e h ö r e n: 
beim Rinde Blut, Kopf mit Hirn und Zunge, Euter, Lunge 
mit Luftröhre und Schlund, Herz, Leber, Milz, Vormagen 
(Kaldannen, Kutteln) und Labmagen, Bauchspeicheldrüse, 
sehniger Teil des Zwerchfells, Därme, Gekröse, Netz, Blase, 
Ausschnitte unter der Wirbelsäule und Füße; 
beim Kalbe Blut, Kopf mit Hirn, das Geschlinge (Zunge, 
Kehlkopf, Luftröhre, Schlund, Lunge, Herz, sehniger Teil 
des Zwerchfells, Leber), Brieschen (Milch), Milz, Vormagen 
und Labmagen, Därme, Bauchspeicheldrüse, Gekröse, Netz, 
Blase und Füße; 
beim Schweine Blut, das Geschlinge, Milz, Magen, Därme, 
Bauchspeicheldrüse, Gekröse, Netz und Blase; 
beim Schafe Blut, Kopf mit Hirn, das Geschlinge, Milz, 
Vormagen und Labmagen, Därme, Bauchspeicheldrüse, Ge 
kröse, Netz, Blase und Füße. 
Von diesen Kramteilen find Haut, Rohfett und die zum Kram ge 
hörigen Därme im Frieden Wclthandelsartikel. Ihr Preis richtete 
sich daher nach den Weltmarktpreisen. Er unterlag häufigen nicht 
unerheblichen Schwankungen. Der Hautpreis hat von 1903 bis 1912 
um etwa die Hälfte zugenommen, wie nachstehende von der „Häute 
verwertung vereinigter Berliner Großschlächter, G. m. b. H." mit 
geteilten Preise in Pfennigen für das Pfund, abgesehen von den 
Schaffellen, die nach Stück bewertet werden, zeigen;
	        
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