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deutschland ist das neue Martinverfahren mit ganz wenigen
Ausnahmen noch so gut wie gar nicht vertreten.
Diese Ausnahmestellung Westdeutschlands erklärt
sich daraus, daß heute ein Zwang zur Einführung des
neuen Verfahrens hier noch nicht wie in den Vereinigten
Staaten und England vorliegt.
Vorläufig genügen unsere Stahlerzeugnisse, besonders
unser Martinstahl, sämtlichen Qualitätsanforderungen
und brauchen keine Konkurrenz zu scheuen, zumal der
nach dem neuen Martinverfahren hergestellte Stahl bezüglich
seiner Qualität den nach dem Schrottverfahren produzierten
keineswegs übertrifft. Um nun auf jeden Fall
zu einem Kampfe gerüstet zu sein, haben fast sämtliche
größeren Martinwerke von Niederrheinland und Westfalen
in ihren Betrieben Vorkehrungen getroffen, die es gestatten,
auch nach dem neuen Verfahren arbeiten zu
können, falls die zwingende Notwendigkeit hierzu eintreten
sollte.
Wenn bei diesen Werken eventl. Pläne bestanden
haben sollen, ihren Stahl augenblicklich nach dem flüssigen
Verfahren herzustellen, so haben sie unbedingt an Interesse
verloren, seitdem die Schrottpreise so gesunken
sind. Heute schlägt die Wage der Rentabilität entschieden
zu Gunsten der Werke aus, die nach dem Schrottverfahren
arbeiten.
Daß das Martinverfahren in Deutschland auf die
Dauer eine größere Verbreitung gewinnt als das Thomasverfahren,
liegt klar zu Tage, es handelt sich nur darum,
ob das alte oder das neue in Zukunft vorherrscht, Dies
wird stets nur eine reine Preisfrage bleiben. Bezüglich
des Produktes liegt kein Grund vor, dem einen den Vorzug
vor dem anderen zu geben, es kann sich bloß um die
Wirtschaftlichkeit handeln und da bei beiden die Betriebskosten
fast gleich sind, nur um die Kosten der Rohstoffe.