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Die Spezialitäten der Münchener Mechan. Faßfabrik sind
Biertransport-Fässer, Pressions-Fässer, Lager-Fässer und Gär-
Bottiche; daneben werden aber auch Weinlager-Fässer, ganze
Einrichtungen für Essig-Fabriken, Spiritus-Brennereien und che
mische Fabriken hergestellt.
Der Absatz der Firma, der mit 459/o der Gesamtproduktion
auf die Stadt München selbst und mit etwa 25 o/o auf Bayern
ohne Hauptstadt entfällt, zeigt deutlich die Lagerung des Be
triebes am Orte des günstigsten Konsums. Da München für
Frachten nach auswärts allgemein sehr unvorteilhaft liegt und
die Firma mit ihren Produkten infolgedessen mit den anderen
Faßfabriken kaum in einen Wettbewerb eintreten kann, er
reicht die Absatzziffer für das übrige Deutschland nur die
Höhe von ca. 5 o/ 0 . Der Rest der Jahresproduktion verteilt
sich auf das europäische und außereuropäische Ausland, weil
hier eine steigende Nachfrage nach Qualitätsprodukten speziell
aus München vorhanden ist. Aus dem Auslande selbst bezieht
die Fabrik das Eichenholz und zwar für Transportfässer aus
Rußland, für Lagerfässer und Bottiche größtenteils aus Sla-
vonien. Welche riesigen Summen für Frachten aufgewendet
werden müssen, mag die Angabe beleuchten, daß für 10 Ton
nen Holz aus Rußland durchschnittlich 4500 Mark bezahlt wer
den. Das benötigte Baueisen liefern Großhändler am Orte
selbst; die verwendeten Lacke werden ebenso einem Mün
chener Betriebe entnommen. Ein geschulter Stamm von 70—80
männlichen Arbeitern ist trotz der maschinellen Einrichtung
im Betriebe tätig. Obwohl diese Industrie durch die bedeu
tend höheren Löhne gegenüber anderen Industrieorten in ihrer
Entwicklung etwas gehindert ist, besteht für sie infolge dieser
Lohndifferenz ein günstiger Arbeitsmarkt. An tüchtigen Ar
beitern ist aber auch hier wie anderwärts im Gewerbe stets
ein fühlbarer Mangel. Die stellenlosen Böttcher gehen nach
altem Brauch von Werkstatt zu Werkstatt um sich Arbeit zu
suchen und werden ohne weitere Vermittlung nach Bedarf
eingestellt. Die Firma hat mit den Arbeitern einen Tarifvertrag
vereinbart, wonach die Schäffler ein Tagesverdienst von 4.70
bis 7 Mark und die Hilfsarbeiter einen Tagelohn von 4—4.50
Mark aufweisen.
Fritz, München als Industriestadt.
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