Gegenden der Republik sind vielversprechende Petroleumfelder entdeckt
worden, die der Erschließung harren, und wie die bisherige Entwicklung
gezeigt hat, wird dies zweckmäßig nur durch private Unternehmungen
geschehen können. Bisher hat sich die Regierung von Jahr zu Jahr neue
Mittel bewilligen lassen müssen, die für Vorarbeiten aufgebraucht wurden,
ohne einen greifbaren Nutzen zu bringen. Wenn die Felder privaten
Unternehmungen geöffnet sein werden, wird hierin bald Wandel geschaffen
sein, und die Regierung wird sich dadurch eine starke Einnahmequelle ver-
schaffen, ohne weiterhin öffentliche Mittel in diesen immerhin mit einem
gewissen Risiko verbundenen Unternehmungen investieren zu müssen.
Die Versuche, Petroleum als Feuerungsmaterial an Stelle von Kohle zu
verwenden, werden in Argentinien eifrig fortgesetzt, SO Z. B. seitens des
Finanzministeriums, das im Falle günstiger Ergebnisse die Lokomotiven
der Hafenbahnen und die Maschinen der Kraftstation in Buenos Aires
damit antreiben will. Die vorhandenen Maschinen sollen dann für Oel-
feuerung umgebaut und eine Raffinerie errichtet werden, um das Roh-
petroleum für Feuerungszwecke zuzurichten.
Kürzlich wurde ein günstiger Bericht über Untersuchungen veröffentlicht, Petroleum-
die der Ingenieur Hileman im Auftrage der Regierung in der Petroleumzone *°9ne in Salta,
der Provinz Salta zwischen Embarcaciön und Yacuiba angestellt hat.
Hiernach soll die Petroleumindustrie in Orän eine große Zukunft haben,
denn das Salta-Petroleum würde weder seiner Qualität noch Quantität nach
vom nordamerikanischen bzw. rumänischen oder italienischen Petroleum über-
troffen. Dem Bericht zufolge sind die Bohrarbeiten in jener Gegend ohne
Schwierigkeiten auszuführen und Bohrungen bis zu 700 m Tiefe können
mit geeigneten Maschinen und erfahrenen Leuten innerhalb von 3 Monaten
niedergebracht werden. Das Rohpetroleum wäre in Rohrleitungen nach
Embarcaciön zu bringen, wo es in Raffinerien bearbeitet und von dort
entweder auf dem Flußwege (Rio Bermejo) oder mit der Eisenbahn dem
Verbrauch zugeführt werden könnte. — Die in Tarija (Bolivien) kürzlich
von einem nordamerikanischen Syndikat gemachten Petroleumfunde lassen
die Annahme zu, daß die dortige Petroleumzone eine Fortsetzung derjenigen
von Salta ist.
Über die Petroleumfelder des Neuquen machte der Geologe Dr. Wind- Petroleum-
hausen in einem Vortrage, den er auf Veranlassung der argentinischen felder des
Bergbaubehörde in Buenos Aires hielt, ausführliche Mitteilungen, aus denen DE
hervorgeht, daß am Cerro Lotena die petroleumführende Juraschicht zutage
tritt, während bei den übrigen festgestellten Petroleumvorkommen jener
Zone in Covinc6, Huincul und bei den Rafaelit- oder Asphaltitlagern von
Atca Mahuida die Juraschicht erst in gewisser Tiefe angetroffen wird.
Über die Mächtigkeit des Vorkommens werden erst die weiter anzustellenden
Bohrungen Aufschluß geben; die vorhandenen Bohrlöcher sind noch nicht
über 80 m Tiefe hinabgebracht; doch läßt die große Ausdehnung der
Rafaelit-Ablagerungen auf die Ergiebigkeit der Petroleumzone sehr günstige
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