Full text : Kurzer Bericht über Arbeiten zu Eignungsprüfungen für Flieger-Beobachter

[16,  272]  Bericht  über  Arbeiten  zu  Eignungsprüfungen  f.  Flieger-Beobachter.  25

der  Gestaltauffassung  erschwert,  auch  will  bei  der  Drehung  das
sichere  Festhalten  der  Gestaltvorstellung  nicht  gelingen,  weil  die
Unregelmäfsigkeit  des  Kreuzes  die  Vorstellung  labil  werden  läfst.
In  A  5  ist  die  Täuschung  über  den  Grad  der  Drehung  bemerkenswert. ­
  Deutlich  ist  die  Schwierigkeit  des  gestalt  -  abstrakten  Vergleichens
  bei  dem  geteilten  Winkel,  andererseits  die  Tendenz  zur
Bildung  einer  Gestalt  aus  der  durch  die  Betrachtung  bevorzugten
Seite  der  Struktur.
In  B.  gilt  für  die  Auffassung  der  Vorlage  dasselbe  wie  in
A,  doch  kommt  dieses  Moment  hier  schon  sehr  schnell  zur  Wirkung. ­
  In  B  1  ist  auffallend,  dafs  die  Gestaltqualität  des  Dreiecks ­
  eine  in  den  Ausmaßen  aufserordentlich  verschiedene  Konfiguration ­
  als  ähnlich  erscheinen  läfst.  Dabei  herrscht  die  Betonung ­
  der  Gesamtgestalt  derartig  vor,  dafs  durchlaufende  Linien
als  isoliert  gefalst  werden.  In  B  4  ist  eine  Schwierigkeit  dadurch
aufgetreten,  dafs  eine  Seite  des  Dreiecks  als  Bo  ge  nt  eil  aufgefafst
  war,  und  deshalb  als  Fortsetzung  im  Komplex  eine  Ergänzung ­
  zu  einem  Bogen  erwartet  wurde.
In  C  wird  die  Vorlage  in  zwei  prägnante,  eindeutig  einander
zugeordnete  Gestalten  gefalst.  Dadurch  geht  das  Suchen  im
allgemeinen  gut  vonstatten.  In  C  6  tritt  die  Schwierigkeit  der
Basalverschiebung  der  Gestalt,  d.  h.  der  Betrachtung  von  der
anderen  Seite,  und  ein  dadurch  nahegelegter  Wechsel  der  Zentrierung ­
  stark  in  die  Erscheinung.
D  wird  sehr  sicher  erledigt,  die  Auffassung  der  Vorlage  ist
nicht  etwa  labil.
In  E  ist  die  Auffassung  weniger  bestimmt,  ein  allgemeiner
Gesamtem  druck  herrscht  vor.
Deutlich  ist  das  Vorherrschen  prägnanter  Ganzauffassungen,
u nd  zwar  ist  die  Prägnanz  der  ersten  Auffassung  so  stark,  dafs
sie  einer  Veränderung,  und  dadurch  auch  dem  Operieren  mit
der  Gestalt,  einen  Widerstand  entgegensetzt.
b)  Wegegedächtnis.
Durch  den  Versuch  soll  das  Gedächtnis  für  einen  mit  voller
Aufmerksamkeit  beobachteten  Weg  geprüft  werden.  Die  Ver-Su
 chsanordnung  ist  folgende:
An  einem  Stativ  ist  in  einem  Winkel  von  80—90°  zur  Tischplatte ­
  ein  kegelförmiges  Diaphragma  aus  schwarzer  Pappe  mittels
eines  Pappringes  und  2  Klemmen  befestigt.  Die  untere  Öffnung
            
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