Object : Wirtschaft als Leben

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,Zur  sozialwissenschaftlichen  Begriffsbildung“,

tönt  uns  der  Spott  über  „Eigenbrödelei“,  „Spezialistentum  vom  reinsten
Wasser“  und  dergleichen  entgegen.
Schließlich  sei  nur  noch  Fritz  Medicus  erwähnt,  der  das  erkenntnistheoretische ­
  Verhältnis  zwischen  Natur-  und  Geschichtswissenschaft ­
  in  einer  überaus  gedankenfrischen  Arbeit  behandelt  hat:  „Kant
und  Ranke“  (Kantstudien  VIII).  Dieser  Aufsatz  bot  mir  wohl  eine
erfreuliche  Bekräftigung  eigener  Ansichten;  aber  bei  dem  kühnen  Einsatz ­
  einer  „Potentialität“  für  die  Substanzialität,  der  „logischen  Dependenz“
  für  die  Kausalität  vermag  ich  Medicus  wenigstens  jetzt  nicht
mehr  zu  folgen.  Die  von  Medicus  aufgezählten  Beispiele  „historischer
Potenzen“  —  Servianische  Verfassung,  römisches  Reich,  Papsttum  usw.
—  hätten  übrigens  schon  vom  Standpunkte  meiner  programmatischen
Schrift  aus  eine  harmlosere  Deutung  gefunden,  als  „Zuständliche  Gebilde“, ­
  „Einrichtungen“  usw.
Da  ich  bei  der  jetzigen  Formulierung  den  Begriff  des  „Stoffes“  in
den  Vordergrund  stelle,  der  ein  durchaus  ungeläufiger  auf  diesem  Gebiete ­
  ist,  bedarf  es  auch  einer  terminologischen  Vorrede.
Der  „Stoff“  einer  Wissenschaft  ist  so  zu  verstehen,  daß  er  einerseits ­
  der  Eigenart  einer  Wissenschaft  unterliegt,  als  einer  jener
Faktoren,  deren  wechselnde  Kombination  jeder  Wissenschaft  immer
wieder  ihren  eigenen  Charakter  verleiht;  auf  der  anderen  Seite  hängt
der  „Stoff“  inhaltlich  mit  dem  zusammen,  was  dem  wissenschaftlichen
Denken  das  Gegebene  ist.  In  beiden  Relationen  sind  nun  ganz
andere  Ausdrücke  die  geläufigen.
Um  eine  Wissenschaft  zu  charakterisieren,  pflegt  man  von  ihrem
„Gebiete“  oder  von  ihrem  „Gegenstände“  zu  sprechen.  Es  ist  zwar
richtig,  daß  jede  Wissenschaft  im  tatsächlichen  Verlauf  stets  nur  an
Problemen  heranwächst;  soll  aber  die  Wissenschaft  charakterisiert  und
klassifiziert  werden,  dann  zieht  man  diese  Probleme  gewiß  nicht  inhaltlich ­
  in  Betracht,  sondern  bloß  nach  den  schematischen  Bedingungen,
an  die  ihr  Aufwurf  und  ihre  Lösung  gebunden  sind.  Darauf  nun  bezieht ­
  sich  „Gebiet“,  „Gegenstand“,  und  so  auch  der  „Stoff“  selber.
Soweit  dieser  jedoch  mit  dem  Gegebenen  zusammenhängt,  wäre  nach
dem  eingelebten  Sprachgebrauche  eher  von  „Tatsachen“  die  Rede,  in
anderer  Wendung  aber  von  dem  „Materiale“  einer  Wissenschaft.  Allen
diesen  geläufigen  Ausdrücken  gegenüber  tut  nun  eine  reinliche
Scheidung  not.
Der  Angabe  des  „Gebietes“  unterliegt  stets  eine  Artbestimmung.
In  ihrer  Art  bestimmt  sind  dabei  die  charakteristischen  Gegenstände
des  Denkens  der  betreffenden  Wissenschaft.  Auf  Grund  ihrer  gemeinsamen ­
  Art  setzen  diese  das  „Gebiet“  zusammen.  Aber  die  Art ­
            
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