-D. Bekämpfung des Geburtenrüdganges 171
und dem Glück der Kinder reichen Lohn geben. Matürlihes Empfinden
und religiöfer Sinn Ichiübt fie vor den VBerluchungen der Stabtkultur. In
Dorf, Garten und Hof ijt Raum für ein fröhliches Kinderleben, Da gibt's
reiche Anregung für Seift und Gerz und Phantafie. € [ind nicht Tiere aus
Holz und Stoff, jondern foldhe mit Fleijd) und Blut, unter und mit denen
die Keinen aufwachfen, deren Freuden und Schmerzen fie miterleben,
mitempfinden. Und wie glüclih die Größern, denen Feld und Wald offen-
jtehen zu fröhlidhem Jagen, zu Spiel und Sport. Und welde Fülle und
Mannigfaltigfeit der Bilder und Erlebnifje in Gottes freier Natur, im
Wechjel der Sahreszeiten. Stramme Ordnung und Zucht verbindet jich
mit Freiheit und „Selbjtverwaltung“ und perjönlicher Fnitiative in glüd-
(idem Ausgleich. Schon in frihen Jahren hHeißt’® unter der Anleitung
von Eltern und SGejchwijtern frifh. zugreifen in ftrammer, aber gefunder
Arbeit, die die Glieder redt, die Kräfte zur Betätigung reizt und die
Freude des Erfolges fihert. In Luft und Licht, auch in Sturm und Kälte,
bet einfacher, aber gefunder Koft gedeihen Körper und SGeift, den Eltern
zur Freude. Da füllen fih die Wiegen mit Leben, während der od nur
jelten und [Heu Einkehr hält.
Dielen Segen der eignen Scholle weiß vor allem der Deut/dhe zu {Häben.
Deshalb die Sehnfucht, der „Landhunger”. Je mehr dieje Sehnfjucht
geftillt wird, defto mehr fejtigt [id die Liebe zu Heimat und Tamilie, defto
mehr erjtarfen Sparfinn, Fleiß und Konfervative Gefinnung. Diele Sehn-
fucht wird aber befonders in unfjern Heinmfehrenden Kriegern lebendig
geworden fein, die im Schübengraben die Vorzüge und Kraft Der freien
Natur [Häben gelernt Haben. Sie haben Sut und Leben für die Berteidi-
qung de3 Heimatliden Bodens eingefebt, Hunderttaujende tragen als
Kriegsinvaliden dauernd die fHmerzliden Einbußen ihrer Er
werb3fähigleit. Sie Haben befondern Anfpruch auf unfere Teilnahme
und unjern Dank. Diefe Dankesjhuld wird aber am bejten dadurch abge-
tragen, daß wir durch eine zielberwußte Siedblungspolitik möglichit zahlreiche
Stellen {haffen, in denen fie fidh eines beglüdenden Heimes und einer ihren
Rräften entfbpredhenden Betätigung erfreuen Können.
Befondere Bedeutung gewinnt die Anfiedlung der häuerlidhen
Arbeiter, namentlid in den Bezirken des SGroßgrundbefibes. Schon
vor dem Kriege hHerr/hte hier eine erfdhredende Abwanderung der Land-
arbeiter, die nur dadurch in etwa ausgeglidhen wurde, daß Rufjen, Salizier,
Rolen, Holländer, Italiener und andere Ausländer in Majjen als Wander-
arbeiter eingejtellt wurden. Daz war Ihon eine national jehr wenig erfreu-
lie Qöfung der Schwierigkeiten. Nun ifjt es aber fehr fraglich, ob das
Ausland diefe Arbeiter für die Zukunft überhaupt freigibt. Dann wird
aber die Not groß und die Gefahr dringend werden, daß die Betriebe über-
Saupt nicht mehr in normalem Umfange aufrechterhalten werden können