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D. Bekämpfung des Geburtenrüdganges 181
10ch Höher: 297 382 (davon 44558 unehelich). Mehr als ein Drittel aller
Seftorbenen {tellten 1913 unjere Kinder unter fünf Jahren.) Daraus
ergibt fich einerjeit, weld) erfhltternder Anteil in der Sterblichkeit auf
die Kinder entfällt, anderfeit®, von weldher Bedeutung die Bekämpfung
diefer Sterblichkeit für unjer Bevölterungswacdhstum ift. Seit Begründung
des Neiches find mehr als 16 Millionen Säuglinge im erften Lebensjahr
geftorben. Durch früheres Einjegen unferer Säuglingsfürforge hätte [ich
diefe Zahl leicht auf die Hälfte Herabhrüden lajfen. Wären wir in den Jahren
1885 bi3 1895 mit Kinderleben Jo [Honend umgegangen wie in den lebten
Hinf Jahren, fo Hätten wir Heute eine Million mehr Kerntrubpen zwijchen
20 bis 30 Jahren ins Feld {tellen Können (Schhloßmann) — ein Mehr, mit dem
wir wahriheinlich den Sieg fhon errungen Hätten. AWber au abgejehen
von der nationaler Bedeutung: weld eine Summe von Not,
ShHmerzund geknidten Hoffnungen liegt in diefen Zahlen
singefhloffen! Und es ift nicht etwa die „natürlide Auslefje“, fondern
‘ittlide Schuld und Unverftand, die die Auswahl derer beftimmen, die
zugrunde gehen, und die noch größere Zahl derer, die infolge fehlerhafter
Ernährung und PflegedauerndeSchädigungenderSefunbd-
heit in die weitern Lebensjahre Hinübernehmen.
Der Hauptgrund der Hohen Sterblichkeit ft die Berfagung der
aatürligen Ernährung an der Mutterbruft. Alle andern Gründe:
Armut, Wohnungsuot, erblidhe Belaftung ufw. treten dagegen weit zurück.
Die Muttermilch bietet nicht bloß die befte, Hygienifch einwandfreie Nahrung,
‘ondern enthält zugleich auch die Schubftoffe gegen die fpezifijchen Kinder.
franfheiten. Alle Maßnahmen zur Bekämpfung der Säuglingsiterblichkeit
%Zaben alfo au vor allem hier auszuminden.
Aus dem erdrüdenden Zahlenmaterial der Ärzte und Statiftifer zum Erweis der
Bedeutung der natürlichen Ernährung nur einige Beifpiele: Unter 10170 geftorbenen
Säuglingen in Berlin 1905 befanden fidh nur 715 Bruftkinder.?*) Nach den Tabellen
ber Ausitellung „Mutter und Säugling“ in Berlin (1916) war die Sterblichkeit der
Mafcenkinder um das Siebenfache größer al8 die der Bruftkinder.”) — Die Nach-
wirkung der natürliden Ernährung für die fpätere Lörperlidhe Entw'dlung ergibt fidh
dei den militärilgen Aushebungen. „Fe länger die Mujterungspflihtigen geftillt
worden find, um fo größer ijft ihr Körpergewicht, um fo weiter der Bruftumfang,
um fo höher die Militärtauglichkeit. Bon je 100 Multerungspflichtigen, die ehHmals nicht
geftilft waren, erwiefen [ich als militärtauglidh nur 31, von den bis drei Monate geftillten
39, von den weiter bis fehs Monate geltillten 42, bei fehs biz acht Monaten 45, und
bei zwölf und mehr Monaten Stilldauer 48,*) Diefe Zahlen ergeben, wie berechtigt
anb weife e& war, wenn das Preußijhe Landreht zur Bruftftillung verpflichtete
"Zweiter Teil, 2, Tit. $ 67-—69). Diele8 um fo mehr, als die Unterlaffung des Stillenz
in den folgenden Generationen zum Verluft der Stillfähigkeit führen kann.
8 praktijche Aufgaben ergeben fich:
X) Mombert 108, 2) v. Behr: Pınnow 65. 2) Mitteilungen Nr. 3/4 1916, *) Mayet,
Rrienstvochenbhilfe 18.