D. Bekämpfung des SGeburtenrücganges 217
eignen Nachkommen {haft (Enkel ujw.). Die ganze Redhnung nach dem Lebensalter
ft zudem mwilfkürlih und hinfällig. E befommt bielleidht nie Kinder, während C
:;echt wohl noch vier Kinder erhalten kann.
Cinen ganz intereffanten und auf den erften Blik bheftedenden „VBorfchlag zu
praktiicdher Bevölferungspolitif“ maden Dr. Ruczynfki und Dr. Mansfeld: „Der
BilidHtteil des NReic es“. Danach foll das Reich bei Hinterlaffung von weniger
a8 drei Kindern die Hälfte des Wertes des gefeglidhen Erbteils eines Kindes, aller
jeinen „Pflichtteil“, beanfpruchen Können, Bei Berechnung des Pflichtteils gilt der
iberlebende Chegatte einem Kinde glei. Im Kriege gefallene Söhne kommen in
Anrechnung wie nod) lebende. Der Ertrag wird hei milder Durchführung auf 720
Millionen Mark jährlich ge[dägt. Der Grundgedanie u einjach unv der Erirag kann
verloden; aber damit find die prinsipiellen Bedenken nicht befeitigt, die wir oben
angeführt haben. Eine irgendwie einwandfreie gerechte Löfung des Problems der Erb-
ichaftsjteuer — abgefehen von ganz entfernten Verwandtfchaftsgraden — ift unijeres
Erachtens noch nicht gefunden.
Schluß
Wer Hätte gedacht, alz wir zuerft die Feder zu diejer Schrift anfeßten,
daß au im Dritten Kriegsjahr noch kein Ende der furchtbaren Creignijje
auf allen Kriegsfhauplägen im Wefjten und Olten, im Süden und Norden,
zu Waffer und zu Lande abzujehen fei. Die Hochherzig dargebotene Friedenze
Hand unferes fiegreidhen KXriegsherın (12 Dez. 1916) ift Ihndöde und frevelhaft
zurücgemwiefen worden. Bon neuem ergeht der Kriegsruf unjeres kaiferlichen‘
Seren an8 Land, und fiche: ein wunderbares Cho Fraftvoller Kriegsbegeifte-
rung erhebt fich im ganzen deutfhen Volke, in der Front und Hinter der
Hront, in allen Lagern, Parteigruppen und Organifationen, In machtvoller
Sefchloffenheit {teht ganz Deutfhland, Fürft und Volt, zur Verteidigung
der nationalen Ehre und Größe zufjammen, auch noch weiterhin zu jedem
Dpfer an Gut und Blut in Heiliger Pilichterfällung und Treue bereit,
Sekt ift uns erft voll zum Bewußtjein gefommen, was unZ das Vaterland
it und wa3 wir ihm fOhulden. Feder will fein BefteS einfegen. Wem die
Waffen zu fjwer find, ftellt fich um fo bereitmwilliger in den nationalen Siljs-
dienft, aber alle wollen dabei jetn, alle tragen Helfen bei den großen Opfern,
die der Ernft der Zeit ung aufladet; alle erfüllt mit dem großen Gedanken
der gemeinjamen Pflicht, von dem heiligen Vertrauen in die gerechte
Sache, der der Erfolg nicht verjagt bleiben kann.
& ijt der Schuß der ftaatliden Gemeinfdhaft, dem alle Kämpfe und
Opfer gelten. Der Staat aber befteht aus Familien. In der Familie ruht
die Zukunft der Nation. Und auch Hier droht der Feind, der mehr Ver.
mwüftungen anricdhtet, mehr MenjhHenleben vernichtet al8 der rote Zod
auf den Schlachtfeldern. E$ ift der weiße Tod, der ungefehen, wie der
Würgengel in Naypten, von Haus zu Haus durch die Lande geht, aber
nicht bloß und in erfter Linie die Erftgeborenen dahinrafft, jondern mehr
noch und ungezählt in den Reihen der NMachaeborenen feine Opfer ver.