Ü Hige, Geburtenrüdgang und Sozialreform
wertvullite nationale Kapital (Friedrid der Große), feine Wahrung und
Mehrung bedingt in erfter Linie den Erfolg in dem uns jHhon angedrohten
wirtjhaftliden Weltfampf, der dem Kampfe der Waffen folgen foll. Neben
5er Bahl Iommt auch die Qualität in Betracht. Die finkende Zahl führt
aber auch zu einem
3. Müdgang der Aualität der Bevölkerung.
& ijt Aberglaube, wenn mande wähnen, SGeburtenbefchränkung be-
deute Hebung der Malie, fei der Weg, um QualitätsmenfhHen zu erzielen,
un „Gerrenvolle“ aufzujteigen. Die natürlichen und fittliden Selebe,
die Gefchihte und die tagtäglidhe Erfahrung widerlpredhen dent. Merk
würdig, daß gerade die, weldhe Jonft an die auslejende und hHebende Wir-
1g des Kampfes ums Dafein glauben, hier der Ruhe und der Ionfervativen
Schonung des Befiges das Wort reden. Die Liebe und die Sorge für
die Fi mehrende Kinderfchar ijt der ftärkte und edelite Unfporn zur Ein-
iegung der beiten Kraft. Aber nicht bloß Für die Väter, Jondern auch für die
Kinder felbit — die Träger unjerer wirt[GHaftlidhen und kulturellen Zukunft
— bildet die Notwendigkeit der Einfhränkug, der damit tagtäglich gege-
jenen Entfagung und Einficht, daß das Leben Kampf und Anftrengung
jordert und nur in Selbjtbefhränkung und ernfter Arbeit der Erfolg und
5a8 Glüc zu erringen it, den ftärkjten Antrieb, es den Vätern gleichzutun.
In Hnderreiden Familien gibt’8 feine Verzärtelung und Zierung; Hier
muß jeder fih fügen, fih einordnen ins Ganze, Opfer bringen; zugleich
ıber lernen die Rinder die Notwendigkeit und die Freude der GemeinjHaft,
der treuen Pflihterfüllung und harten Arbeit. E83 gibt kein Verlaß auf
Silfen und Stüben von Dienftboten, Stundenlehrern ujw., Jondern jeder
muß Jich felbft durchringen und vormwärtsfireben. Nicht die in Überfluß
'ebenden, verzogenen „Mutterföhncdhen“, denen die lieben Eltern jede
Sorge für Gegenwart und Zukunft fernzuhalten Juchen, find es, die in dem
mirtjchaftliHen und geiftigen Wettkampf der VBölter Deutichlands Welt-
geltung durchjeben, fondern die Söhne, weldhe in der Itrengen Zucht ihrer
arbeitenden Väter aufgewacdlen und von vornherein mit dem Bewußt-
jein erfüllt worden find, daß eigne Kraft und Einjegung der ganzen Per-
önlichteit allein Brot und Zukunft verbüirgt. Die Änderreidhen Nationen
ind eS, welche die Welt erobern. Den nadgeborenen Söhnen verdankt
England die Gewinnung und den Yusbau feiner unıfaljenden Kolontalen
Befibungen in allen Weltteilen. In Frankreich liegen Landwirtihaft und
Induftrie danieder, die Dörfer fterben aus, und es kann fein Mentner-
dafein nur fo lange aufrechterhalten, alz das Yusland bereit it, deljen
Kapital durch feine Arbeit fruchtbar zu machen und den Ausfall in feiner
Bevölferung zu deden.
Während ter Gedurtenüberfhuß in Frankreih von 1906 bis 1911 nur 102 000
netrun, ftellte Jich der Überfchuß der Einwanderung über die Auswanderung — roh
} E
Tr.
1a
A
Y
A
a