Full text: Geburtenrückgang u. Sozialreform

D. Befämpjung des Geburtenrüdgaunges 68. 
an die nichtverficherten Familienntitglieder (vielleicht mit der Makgabe, daß ein Zeil 
per Koften von der Familie zurücdvergütet wird, um eine zu meitgehende Inan]priuch- 
nahme des Arztes zu verhüten), Errihhug von Stiftungen feitenz der Familie des 
Arbeitgebers (bei befondern Beranlajfungen, Todesfall aufw.) zur Gewährung von 
Borfchüffen und Unterftügungen in befondern otfällen, für Stipendien ufıv, Alle 
biefe Maßnahmen haben den Vorzug, dak fie vor allem den kHnderreichen Jamilien 
‚gute fommei. 
Das erite und wichtigite Gebiet der Wohlfahrtspflege iüjt eine den Ge- 
'eben der Gerechtigkeit und Billigkeit entjprechende Beseffung der Söhne. 
Diefe find vielfach durch die ZohHntarife in gemeinjamer Seftjtellung 
und unter Überwachung der Organifationen der Arbeitgeber und Arbeiter 
geregelt. Sie nehmen aber auf die bejondern Verhältnijfle und Bediürf- 
nifje der finderreichen Familien wenig Rücficht. ES ijt das auch fOwierig, 
da die Löhne, befonders bei Akkordberechnung, nach der Qeiftung bemefjen 
werden. Bei zwangsweifjer Abitufung, etwa nach der Bayl der Kinder, 
ijt mit Recht zu befürchten, daß dann unverheiratete und Änderarme UAr- 
beiter bei der Einftellung bevorzugt würden. Jnmerhin jind ihon, 3. S. 
im Buchbrudertarif, befcheidene Anfjäße einer Abftufung mwenigjtenz nach 
dem Lebensalter enthalten; vielleicht ließen Jidh Dieje Arfäßge weiter aus- 
hauen oder doch beitehenden Verträgen in Betrieben, die auf die Familien» 
näter befondere Rücklicht nehmen, weiter NMechnung tragen. 
Auch nach einer andern Nihtung bedürften die Tarifverträge einer elajtiidhen An- 
paffung. Sie find gut und entlpredend, foweit es Fich um normale vollwertige Arbeiter 
handelt, fie verfagen aber, forveit ältere oder fränkflidhe oder verkrüppelte Arbeiter 
n Betracht kommen. Bei tücfichtslofer Durchführung des Tarif kann es leicht Iommen, 
daß folche minderwertigen Arbeitskräfte überhaupt feine Arbeit finden, Das it doppelt 
hart, wenn diefe aud noch unverforgte Kinder zu ernähren Haben. Aber auch vom 
zational-wirtfhaftlidhen Standpunkte aus, zumal nach dem Kriege, muß auch die ge- 
minderte Arbeitskraft noch voll verwertet werden. Den Tariforganen muß in weitem 
Maße das Recht geneben werden, joldjen befondern individuellen Verhältniffen in 
veitent Maße entgegenzufommen. Hoffentlid) wird die Teilnahme für unlere Kriens- 
nvaliden auch hier die Wege ebnen. 
(Einen fehr einfhneidenden Vorfchlag macht Projeflor Sch 10 mann!) Danadz 
'oll durch Gefeß befitimmt werden, daß der einzelne Arbeiter zunächit nur die Hälfte 
des verdienten Lohnes erhält; die andere Hälfte foll einem Au 3 gleighjands 
ufallen, aus dem dann jeder Arbeiter, entiprechend [einem Wochenverdienft, je nach 
Ropfzahl der Familie, die er zu ernähren hat, einen größern oder geringern Anteil 
nusbezahlt bekommt. ‚Ein fo {tarker Eingriff in das wohlerworbene Eigentum (Mr: 
jeitsverbienit) geht unjeres Erachtens doc über das Maß des Zuläfligen weit hinaus 
In großen, Fapitaliräftigen Betrieben (Staat3- und SGemeindebetrieben, 
Betrieben von Attiengefellihaften u. a. m.), die einen mehr jtändigen Ar- 
beiterjtamm aufweifen, ijt e& recht wohl möglich, Sohn zu 79 ujte je nad 
Zahl der Kinder und der Dienftjakse zu gewähren. Dieje Betriebe fönnen 
und tollen fh von meitern fozialen und nationalen SGefichtspunkten leiten 
1) Beitfchrift Hır Bevölferungspolitif und Säuglingstürforge 1976, 9.
	        
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