Metadata: Aktive Währungspolitik

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Wenn die preise sinken. 
kommen die Emissionsbanken durch vermehrte Notenausgabe entgegen. Die prkvattauschmittel 
(Wechsel) gewinnen an Kredit, weil die Hausse die Schuldner allgemein begünstigt. Sie ver 
mehren sich parallel zur Hausse und zur Ausgabe von Banknoten. Die nun ganz ausgesprochene 
Hausse beschleunigt die Umlaufsgeschwkndkgkeit des Geldes. 
Und ist diese Preissteigerung für alle, die an die deutsche Reichswährung 
glauben, für alle, die mit dem „festen inneren Werte der Mark der RW." 
aufgezogen wurden, nicht ein einwandsfreker, schlagender Beweis, das; das 
Angebot von Waren zu gering ist, daß die Produktion vermehrt werden, 
daß man mit Überstunden arbeiten, daß man den Betrieb erweitern soll? 
Man spricht von Uberfpekulation,- aber woran soll sich denn der Unternehmer 
für die Abschätzung des Bedarfes an seinen Waren halten, wenn nicht an 
die preise? Wem kommt es denn in den Sinn, anzunehmen, daß die 
Preissteigerung nur das äußere Zeichen des inneren Bankerotts der Emissions 
bankpolitik und der Währung ist? Hans Biedermeier würde solchen Verdacht 
einfach für eine Sünde, ein Verbrechen halten. Wer darf es annehmen, daß 
die Preistreiberei keinem wachsenden Konsum, sondern einer Währungspfuscherei 
zuzuschreiben ist, und daß infolgedessen gar kein Anlaß vorliegt, sich für eine Fort 
dauer der großen Nachfrage durch Erweiterung der Fabrikanlagen einzurichten? 
Man bezeichnet es als einen Geniestreich des Direktors der Allgemeinen Elektrizitäts- 
Gesellschaft Berlin, dass er z. Z. der großen Hausse 1899/1900 die Anlagen nicht, wie es seine 
Konkurrenten taten, durch Neubauten erweiterte, sondern durch Einführung der dreifachen Schicht 
(3X8 Stunden) die stürmisch wachsende Nachfrage zu befriedigen wußte. Der Direktor wußte, 
daß es sich nur um eine Eintagsfliege, um eine gewöhnliche Währungspfuscherei handelte. 
Nur wenige sind es, die solchen Verdacht hegen,- nur wenige sind es, 
die die große Nachfrage auf die verschwenderische Notenausgabe zurückführen, 
nur wenige sind es, die sich vor der Katastrophe zu retten wissen, die bald 
genug hereinbricht. 
Wenn öle Preise sinken. 
Das Geld ist kein lebloser Gegenstand, wie etwa die goldene Kette, 
die den Leib des Mctzgermeisters schmückt. Das Geld ist auch nicht das passive 
Ding, das die Währungslitcratur aus ihm machen möchte (s. Knapp*). Das 
Geld hat Kräfte, ungeheure, merkamotorische Kräfte (Verschleißkräfte), die, je 
nachdem sie gefesselt oder nutzbar gemacht werden, ein Land, eine Welt, ein 
Zeitalter zu ungeahnter Blüte oder in den Abgrund treiben können. Von 
der Verfassung des Geldes hängt es ab, ob die Mutter aller Kultur, die 
Arbeitsteilung, lebt oder stirbt. 
Der Arbeiter singt zwar sein billiges Liedchen: 
Alle Räder stehen still, 
Wenn mein starker Arm es will. 
Aber vorläufig ist das noch Zukunftsmusik. Diese Macht, die Räder zum Still 
stand zu zwingen, hat heute nur einer km Lande, und das ist die Emissionsbank. 
*) Die Börsenspekulanten, Börsenkönkge, die sogen, „baute ürwrice" haben natürlich das 
größte Interesse daran, solche Literatur zu unterstützen. Mit seiner Theorie des Geldes hat Marx 
die rote Garde direkt vor Mammons Tempel ausgestellt.
	        
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