Metadata: Der Weltverkehr und seine Mittel

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Eisenbahnen: Die Lokomotive. 
Abb. 214 zeigt die erste, 1848 von Henschel in Kassel für die hessische Nordbahn 
erbaute Lokomotive. Sie besaß zwei Treibachsen und ein vierrädriges Drehgestell, zeigte 
also bereits diejenige Bauart, die 40 Jahre später auf den norddeutschen Bahnen zur 
Einführung gelangte (Abb. 164). 
In allen Eisenbahnländern entwickelte sich die Lokomotive in raschem Zuge 
weiter. Man förderte die Dampferzeugung durch Vergrößerung der Rost- und Heiz 
fläche, baute infolgedessen die Kessel Weiler und länger und brachte das dadurch 
gesteigerte Eigengewicht auf einer größeren Zahl von Radachsen unter. Durch zweck 
mäßige Verteilung derselben suchte man die bei raschem Fahren noch sehr unruhige 
Gangart der Lokomotive zu verbessern; namentlich aber erstrebte man die Seele 
ihres wirtschaftlichen Betriebes, die Steuerung, zu vervollkommnen, das ist diejenige 
212. Neuere amerikanische Schncll;uglokamotiac und Lokomotive aus dem Jahre 1831 auf der Welt 
ausstellung ;u Chirago 1893. Nach „Scientific American“. 
Vorrichtung, die den Frischdampf bei jeder Radumdrehung einmal vor und einmal 
hinter den Kolben führt und zwar je nach der Bahnsteigung, der zu ziehenden Last 
und anzustrebenden Fahrgeschwindigkeit, während eines größeren oder geringeren 
Teiles des Kolbenweges. Man nennt dieses „mit Expansion" fahren und erzielt 
durch dieses Mittel nicht nur ganz wesentliche Ersparnisse im Dampf- und Kohlen 
verbrauch, sondern ermöglicht auch große Fahrgeschwindigkeiten. R. Stephenson, Gooch, 
Allan, Heusinger von Waldegg, Joy u. a. haben sich um diese wichtige Frage hoch 
verdient gemacht. Heute werden überall die den Namen dieser Männer führenden 
Eoulissensteuerungen angewendet. Der Dampfdruck wurde immer mehr gesteigert, 
die Pumpen für das Kesselspeisen vorteilhafter gestaltet, das Gußeisen immer mehr 
durch Schmiedeeisen und dieses später durch Stahl ersetzt und Verbesserungen anderer 
Art getroffen. 
Einer der verdienstvollsten Lokomotivingenieure um die Mitte der 40er Jahre war 
der Engländer Erampton. Er nahm 1843 ein Patent auf eine Lokomotivanordnung, 
die wesentliche Vorzüge für den Schnellzugdienst bot. Um mit dem Raddurchmesser nicht
	        
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