Im Dezember 1923 versuchte die deutsche Regierung noch-
mals, auf diplomatischem Wege mit Belgien und Frankreich zu
einem modus vivendi im besetzten Gebiet zu gelangen. Die Be-
sprechungen verliefen ohne rechtes Ergebnis, Störend wirkte vor
allem die französische Forderung, daß die seit dem Ruhreinfall
unterbrochene Militärkontrolle in Deutschland wieder in Wirk-
samkeit treten solle, Die deutsche Regierung lehnte das ab,
Immerhin trat sie wieder in geregelte diplomatische Beziehungen
mit Frankreich und Belgien, Auf den seit dem Tode des Bot-
schafters Dr. Mayer verwaisten Posten in Paris kam Dr. v, Hoesch,
der sich als Geschäftsträger während der Ruhrbesetzung an
schwieriger Stelle glänzend bewährt hatte.
Das zur Untersuchung des deutschen Haushalts und der
deutschen Währung berufene erste Komitee trat am 14, Januar
1924 in Paris zusammen, Es bestand aus folgenden Mitgliedern:
Charles G. Dawes, Vorsitzender, Amerika
Owen D, Young, Amerika
Robert M, Kindersley, England
J. C, Stamp, England
J., Parmentier, Frankreich
Edgar Allix, Frankreich
Alberto Pirelli, Italien
Federico Flora, Italien
E. Francqui, Belgien
Maurice Houtart, Belgien,
Das zweite Komitee, welches die deutsche Kapitalflucht
untersuchen sollte, vereinigte sich erst am 21, Januar in Paris,
Seine Mitglieder waren:
Reginald Mc Kenna, Vorsitzender, England
Henry M, Robinson, Amerika
Andre Laurent-Atthalin, Frankreich
Mario Alberti, Italien
Albert E, Janssen, Belgien.
Beide Komitees waren mit einer Unterbrechung von 14 Tagen,
die sie in der ersten Hälfte des Februar in Berlin zubrachten,
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