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wehen heiße und trodene, im MWinter Kalte, gefundheits]Häblide Winde.
Schroff find aud) die Temperaturgegenfäße zwijden Sommer und Win-
ter: während die Temperatur im Sommer bis 43 Grad über den
Gefrierpunit jteigt, fällt fie im Winter häufig bis 32 Grad und
niedriger unter Null. Sehr verbreitet ijt hier die Malaria, und die
Lungenfraniheiten fordern alljährlid viele Opfer.
Auf dem Iehmigen Boden der Kalmüdenfteppe ijlt nur eine [pär-
lide Wüftenvegetation zu finden, während die fandigen Teile voll
fommen Iahl Jind,
Der Aderbau ijt vorwiegend nur an den Ufern der Wolga
möglich, aber hat aud) hier unter den ungünftigen fimatijden Ber-
Hältniffen zu leiden. Für die Ausfuhr Iommen nur Melonen und Ar-
bufen in Betracht. Die Viehzucht bildet die Hauptbejhäftigung der
nomabdijierenden Kalmüden und Kirgijen, {ft aber aud) unter der Ader-
bau treibenden Bevölkerung verbreitet. Im Yahre 1910 wurden im
Souvernement Ajtradyan gezählt: 1105780 Stüd Grokvieh, 382019
Pferde, 207543 Kamele, 2726146 Schafe und 37941 Schweine.
Un Mineralihäbgen ijt das ganze Gebiet des Unterlaufes der
Wolga überaus arm. Bon Bedeutung ijt bloß die Salzausbeute aus
ben Seen des öftliden Teils des Gouvernements Ajtradan, die gegen
20% der rulfilden Gejamtausbeute an Salz betrug. Im Sahre 1909
wurden hier gegen 40000 Zentner Salz gewonnen.
Die Yudujtrie ijft in diejem Gebiet ebenfalls äußerft (dwad ent:
widelt und befhHränikt fiH in der Hauptjache auf die Getreidemüllerei.
Eine große Bedeutung Hat für das ganze bejprodhene Gebiet
der Fildhfang in der Wolga und deren NMebenflüfjjen. Bejonders
ergiebig ijft er im Gouvernement Ajtradan. Hier und im Kalpijdhen
Meer waren im Yahre 1910 100—120000 MenjhHen mit dem Side
fang bejdhäftigt. Die Größe der Ausbeute wecfelt freilid in den
einzelnen Yahren außerordentlid ftark, und in der legten Zeit wurde
in der Wolga überhaupt eine Abnahme des FijdHreihtums Tejtgeltellt,
die neben verfhiedenen anderen Urjaden wohl hHauptfächlid auf die für
die Filde [Hädlide Verunreinigung des Wajlers mit Naphtha, mit
dem die Wolgadampfer beinahe ausfOhlieklid geheizt werden, Zzurüd-
geführt werden muß. Im Iahre 1909 wurde die gefamte SFilderei-
ausbeute im Gouvernement Afjtrachan, einjdhließlidH den FijdHfang im
Kalpilden Meer, auf 4 Millionen Zentner gejhäßt. Gefangen werden
hier hauptlächlid Heringe, Störe, Beluga (Haujen), Hedhte, Karpfen,
Sander und Plögen. Hier am Unterlauf der Wolga wird aud) der
bekannte rullilde Kaviar gewonnen, der von der Beluga und dem
Stör [tammt, und glei an Ort und Stelle für den Transport 3zu-
bereitet wird. Der Export von Fijhen und Fijdhereiprodukten aus
dem Gouvernement Aitradhan war ein recht bedeutender; die Fijde