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Bei dem allgemeinen, troftlojen Zujtande der Landwege in Ruß:
(and fann es nicht verwundern, daß im dünnbefiedelten Norden die
Wegelofigfeit eine [o gut wie volllommene ijt. €s [ei nur erwähnt,
daß das rund 350000 Quadratwerft große Gouvernement Wologda
nad) der amtliden Statijtit vom NYahre 1911 nit mehr als 6020
Werft Landwege bejak, von denen nur 32 Werft Hauffiert und 6 Werft
gepflajtert waren. Da aud) die Eijenbahnen beinahe ganz fehlen,
gewinnen bie [Oiffbaren und flößbaren Flülfe naturgemäß eine erhöhte
Bedeutung. Längs diejen Flüjfen hat fi ja aud) in der Hauptjache
bie Kolonijation des Nordgebietes durch die SGroßrujfen vollzogen.
Die widtigjten Flüffe, die das Gebiet mit dem Meere im Norden
verbinden, [ind vor allen Dingen die nördlide Düna (Sewernaja
ZTwina) mit ihren Nebenflüjjen Pinega und Waga, ferner die Fülle
Pet[hora, Mejen und Onega. Die Gejamtlänge der [dhiffbaren Fülle
bes Gouvernements Archangeljt beträgt 2755 Werft, von denen 2206
Werft für den Dampferverkehr in Betracht kommen. Ein widtiger
Vorzug aller diefer Wafjerläufe, die mit geringem. Gefälle durch Flache
Ebenen flieken, ijt die ruhige Strömung. Mit dem Hluklyltem der
Wolga ijt der Hauptfluß des Nordgebietes, die Düna, durdh zwei
Kanäle verbunden. Der weftlide Quellfluk der Düna, die Sucdhona,
ent/pringt aus dem Kubena-See, der dur) einen Kanal, der nad
bem Fürften Alexander von Württemberg benannt ijt, mit der Schekffna,
einem MNebenfluß der Wolga, verbunden ijt. Bon hier befteht auch
wieder eine Verbindung durdh ein SKanaljyjtem mit der Newa. Der
öftlige Quellfluß der nördliden Düna, die Wytidegba ijt gleichfalls
mit dem Syjtem der Wolga verbunden, und zwar dur den Katharinen-
fanal, der von der nördlidhen Keltma, einem Nebenfluk der Wytjdhegda,
zur fübdliden Keltma, einem NebenflukH der Kama, führt; die Be-
deutung diejer Verbindung ijt jedoch wegen ihrer Abgelegenheit nur
gering.
Einen bedeutjamen Auffdwung nahm das ganze Nordgebiet nach
dem .Hahre 1897, als der damals einzige bedeutende Seehafen im
Norden, Urdhangeljt, an der Mündung der Düna in das Weiße Meer
gelegen, durch eine Eijenbahnlinie mit der Stadt Wologda und damit
mit dem gejamten rulfijden Eijenbahnneß verbunden wurde. Im folgen-
den Jahre, wurde aud) der widhtigite Flughafen an der Düna, Kotlas,
durch einen Schienenjtrang mit der Stadt Perm verbunden und auf
dieje Weife die Zufuhr von Waren direkt aus dem Uralgebiet nach
Archangeljt ermögligt. Ardangelft nahm in der Folge aud einen
bedeutenden Auffhwung. Ausgeführt wurden über diejen Hafen haupt-
lädlid Breiter und Balken aus den Gouvernements Wologda und
Arhangelft nad) England und Holland, Roggen, Weizen, Hafer,
Roggenmehl und animaliihe Brodukte aus den Gouvernements Io-