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‘Charfow), Yekaterinoflaw, Kiew und Podolien, leben über 80 bis 3U
30% Ufrainer, in Cherfon und Taurien, einem Gebiet, das erft Kathari-
nall. den Türken entrijfen und befiedelt Hat, ijt die Zahl der Utfrainer
viel geringer. Dort jigen neben ihnen großrujlijde Bauern, aber immer
idjarf von Uirainern getrennt, wobei ie — was äußerijt djarafterijtijd
ijt — nie untereinander Heiraten und, wie der Bauer überall, [ehrt bewukt
bie Stammesver[dhiedenheit zum Ausdrud bringen. In diejem Gebiet
ipielen eine führende Rolle die deutiden Bauern, die als Kolonifjten
von Alexander I. hauptläclih zur Befiedlung des leeren Landes ge-
rufen wurden. Allein im Obdeljjaer Kreis gehören etwa 85% des
Grund und Bodens diejen Kolonijtenbauern, deren Anteil am Qand-
befiß audy in den benadjbarten Kreijen ein außerordentlid) großer
ijt. Ebenjo baben die deutjdhen Kolvonijtenbauern in der Krim an-
nähernd 700% des ganzen aderfähigen Landes in ihrer Hand. Auf
diefer geographifjd) ganz zur Ukraine gehörigen Halbinjel ijt uktat-
nifde Bevölkerung am jpärlihjten vertreten, In den Küftenftädten
Sewaltopol, Feodofia und an dem herrlichen, durd) Randgebirge vor
den Nordwinden gejhübten Südufer der Krim, der Riviera des Schwar-
zen Meeres, find neben Deutjdhen und Tartaren recht viele Großrufjen
einge[prengt, zumal der Zar, fowie die zarifchen Familienglieder und
die Großen feines Weltreidhes hier in der paradiejijHen Natur ihre
Balälte und Villen hatten, was naturgemäß dazu beitrug, daß hier
die reihen SGroßrujjen fig anfekten. Aug gibt es rujlijhen Grok-
grundbejiß auf der SHalbinfek, - indefjen ijt das Gebirge, foweit nur
Biehzucht getrieben werden kann und nicht. AWderbau, von Tartaren
devölfert, der Stammbevölferung. Im übrigen ijt — wie [don erwähnt
— das Land in Händen der deut[Hen Bauern, die namentlidg im
Norden und auch jenjeits der Halbinjel auf der ihr vorgelagerten
Steppe [id vielfadh zu mächtigen Latifundienbejikern entwidelt Haben.
Diefe deut/Hen Kolonijtenbauern haben den Charakter des endlojen
Steppengebietes, das die Ukraine Ddarftellt, auf das nacdhhaltigjte ver-
ändert. Bon ihnen ging die Umwandlung diefer Steppe in das ge-
maltiglie Weizenland der Welt aus, ihre zielbewußte Arbeit verdrängte
mit dem Pflug die exten]ive Schafzucht derfelben, fie wurden die
Lehrmeifter des ukrainijden Bauernvolkes und feiner Unterdrüder, der
großrujfijden Latifundienbeliger.
Inhalt der Ge[dHidhte dieles vielleicht reidhfjten Gebietes Europas
ijt der Kampf feiner Bewohner gegen die Unterdrüdung durch die
Mostkowiter und die Polen, nicht nur gegen die politijde, fondern
gbenfo gegen die Kulturelle und wirtfchaftlidhe, und wir können den
unauslöfchliden Haß des ukraini]dhen Bauernvolfes gegen feine Unter-
drüder nur begreifen, wenn wir feine Gefcdhihte kennen,
Im gewaltigen Dnjepritrome, der die Lebensader der Ufkraine