Beflarabien
Bon Edmund Schmid
Beifarabien ijt ein tiypijdes SGrenz- und Durchgangsland. Als
offene Pforte zwijden fdhwer zugänglidgem Gebirge, den Karpathen,
und dem Schwarzen Meere, wurde es von zahlreiden VBölkern, die
den Weg nad dem Süden und Weiten fuchten, durhwandert und zeit»
weije bejegt. Dorthin, nad) den warmen, jruchtbaren, bevölferten und
reihen Gebieten drängten alle die Böltker[Haften, die ih in dem
Riejenbeden der farmatijden Tiefebene jammelten. Das Leicht hügelige
Land, das au einige fteppenartige Gebiete einfdliekt, ftellte den
Wanderern feine [Hweren Hindernijje entgegen. Das fünjtlide Hinder-
nis, das gegen die vom Norden heranziehenden Horden aufgerichtet
wurde, der jogenannte Irajanswall, der idon aus dem 4. Jahrhundert
o. Chr. [tammt, und das Land von Leovo am PruthH bis zum Dnjeltr,
jüdliH. von Bender durchzieht, fonnte fie nidt aufhalten. Dagegen
war die fharfe Umgrenzung des Gebietes dur große Flülje geeignet,
die durchziehenden Völker zeitweife aufzuhalten, und die [id da Nieder-
faffenden vor plößglidgen Angriffen zu jidhern. QM die Bölker, die da
durchzogen und die dablieben, die zum großen Teil von der Bild-
fläde verfOwunden find, liegen ihre Spuren zurüd in den Bewohnern
Bejlarabiens, das jtets ein buntes Gemi[dy von Bölkerjhaften be-
Herbergie und heute noch beherbergt. Um ein Bild davon zu geben,
jeien nur furze Daten aus der Geihihte des Landes gegeben.
Sm 7. Jahrhundert v.Chr. wohnten in Beilarabien |fythifche
Nomaden, im 6. Jahrhundert gründeten die Phönizier Kolonien am
Dnijejtr (Tiras); im 4. Yahrhundert drangen die Heten ein, die im
Nahre 106 v.Chr. von den Römern unterjoddt wurden. Nom fiedelte
nun in dem Lande feine Soldaten an. Nach Chrijtus kamen im
3. Yahrhundert die Goten, im 4. Sahrhundert die Hunnen und Anten,
im 6. Sahrhundert die AWvaren und Bulgaren, im 7. Yahrhundert
die Beljen, die dem Lande den Namen gegeben Haben jollen. Im
8. Sahrhundert folgten die Slawen, im 9. Sahrhundert die Ugrer,
im 10, die Petfhenegen. In den Jahren 907—944 wurde das Land
von den Kiewer Grokfürlten Oleg und Igor erobert. Im 11. Yahr-
hundert drangen die Kümanen und Uzen ein, im 12, die Polowszer,
im 13. die Mongolen. m KYahr 1367 gründeten die Genuefjen Nieder: