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Weit bedeutender ijt das Gouvernement Grodno. Im NVahre
L900 arbeiteten etwa 3400 Betriebe mit über 20000 Arbeitern,
Der Umfag betrug rzund 12800000 Rubel. Die Stadt jelbjt Hatte vor
bem Kriege gegen 120000 Einwohner und zählte über 300 Betriebe
allein für die Webeindujtrie. Neben ihr ijt vor allem die Lederinduftrie
zu nennen. Einen Weltruf Hat Grodno dur jeine Tabakfabrifen er»
[angt, die über 2000 Arbeiter bejhäftigen und einen -Umfag von
nahezu 2 Millionen Rubel Hatten. Bemerkenswert ijt nod) die bei
Bialyftof belegene Mafjdhinenfabrit von AU. Weczeret mit einem jähr»
liden Umjag von 110000 Rubel.
Sn derfelben Weife, wie die Induljtrie unter dem Mangel an
geordneten Verkehrsverhältnijjen leidet, konnte id der Handel aud
nicht jo entwideln, wie es ein [o reides Land wie Weikrukßland eigent»
lid verdiente. Der Handel, der fiH naturgemäß in der Hauptjache
auf die im Lande vorhandenen Werte Ionzentriert, ijt zum größten
Teil in den Händen der Iuden und in den groken Städten, wie
Wilna, Witebjt, Smolen|f, Dünahurg, Mohilew u.a. zu hoher Blüte
gelangt. Der YMuslandshandel Hatte trog der [Hwierigen Verhältnilfe
vor dem Kriege einige Bedeutung auf dem Weltmarkt errungen. Der
Hauptausfuhrartifel ijt Holz, das auf den Flüjlen nad) den groken
Handelsitädbten an der Oltfee geflößt wurde. Deutihland, England
und die Ufraine bezogen vor dem Kriege bedeutende Mengen von
Holz aus Weikrukßland. AWukHerdem gelangten zur AWNusfuhr: Vieh, Ge
lügel, Getreide, Fladhs und Hanf. Die Ausfuhr diejer beiden lebten
Artifel betrug vor dem Kriege 4 Millionen Pud (1 Pud= 32 deut|dhe
Pfund) jährlich, d.h. drei Viertel der von ganz Rukland ausgeführten
Menge diejer Artikel.
Was die größeren Induljtrie- und Handelsmittelpunite anlanat,
jo liegen diefe in ihrer Mehrzahl im Welten des Landes, da hier
die Verkehrsverhältnijje dank zahlreiden Eijenbahnen und Chauffeen
günftiger [ind, als im Olten des Landes. So Iiegt die Eijenbahnlinie
Dünaburg— Wilna—Bialyjtok, die Warjhau mit Petersburg verbin-
det, auf weikrujfijigem Gebiet. OÖfltlidH vom Gouvernement Wilna find
nur die allernötigjten Eijenbahnen gebaut worden: Minjf— Kowel und
Minft— Smolen]i— Moskau. Außer den Eijenbahnlinien gehen wid)
tige Chauffeen von Bialyjtok, Breit, Wolkownyik, Baranowit|dht, Düna-
burg und Wilna aus. Alte gefdhidhtlide HandelsitrahHen gehen den
großen Flüjjen entlang, dem Dnjepr, der Düna, dem Pripet und
dem Mjemen, mit ihren 3zahlreiden Nebenflüjjen. - Die FJlüjje felbit
wurden von den RMuffjen in ihrer Schiffbarkeit Teider fehr vernacdhläfligt
und find, ebenfo wie aud) die Kanäle, jtark verfandet. Bei [orglamer
Berwaltung Könnten Jie viel zur Hebung von Handel und Indultrie
beitragen. AWbagelehen von den Eilenbahnlinien, den Chaulfeen, deren