Full text: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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wejens ein bedeutender Rüdgang bemerkbar. Erfjt jeit dem Jahre 1905, 
no die rufliihe Regierung einen liheraleren Kurs einfdlug, fegten die 
Anfänge einer gedeihliden Entwidlung des Bildungswejens ein. Aus 
privaten Mitteln wurde in allen Gauen Kongrekßpolens ein ganzes 
Ne von Schulen und Bildungsanftalten verfchiedenjter Iypen mit 
polnijher Unterridhtsjpradhe eröffnet und unterhalten. In den |taat- 
liden Lehranfjtalten wurde allerdings von der ruflijden Regierung 
nad) wie vor die ruflilche Lehriprade beibehalten. 
Das Klima Kongreßpolens ijt ziemlid gemähigt und ähnelt 
dem Klima Mitteleuropas. Infolge des milden Winters, des frühen 
Beginns des Frühlings, der anhaltenden Wärme im SHerbhit und des 
Fehlens großer Hike im Sommer gedeihen hier viele Bäume und 
Pflanzen Weljteuropas, die fowohl ftrenge Fröfte als aud) übermäßige 
Hike nicht vertragen, wie 3. B. die Buche, Aukerlt günftig find für 
die Begetation und WirtjhHaft die atmo[phärijdhen Nieder[dläge verteilt, 
überall mehr als 500 mm im Yahr, am meijten zu Beginn und in der 
Mitte des Sommers (Juni und IKuli), im Auguft [Hon weniger, 
befonders far ijt der September, daher befonders günftig für bie 
Rartoffel» und Zuderrübenernte. Der Oktober und November find 
icon regnerijher und feuchter als der September, erjterer ijt aber 
ao fo warm, dak die Winterfaaten vorzüglid gedeihen. Der Schnee 
liegt im Winter nicht [o lange wie in Mittel- und Oftrukland unter 
benfelben Breitengraden; mandımal geht er jhon im Januar, häufiger 
im März volljtändig ab, und die Flüjje gehen auf, jedod hat bdiejes 
feinen befonders [Hädbliden Einfluk auf die Felder, da es in Toldhen 
Wintern gewöhnlid) feine ftarfen Fröjte gibt. Der März {it redt 
zegnerifch, und diejes ijt für die Vegetation günijtig; im April und 
Mai herriht nicht felten andauernd irodenes und Nares Wetter, doch 
die Häufigen Nachtfröfte [Häbigen die zarten Pflanzen. ‚Schädlih find 
außerdem die übermähig langen Regenperioden und die feuchte Witte- 
zung im Sommer, Der jHmale nördlide Landesftreifen, bejonders 
das Gouvernement Suwalki, unter[Heidet fiH von den übrigen Teilen 
Rongrekpolens durd) einen feuchteren und regnerifcdheren Herbit und 
3in |päteres Frühjahr und nähert [id in diefer Beziehung mehr den 
Gouvernements Kownos und Wilna. Der allerwärmite Sommer herr]ht 
im waldarmen Schhwarzerdegebiet des Jüdöftliden Teils des Gouverne- 
ments @ublin, der Kältelte Sommer aber night im Norden, fondern auf 
dem Höhenzuge des Gouvernements Radom im Südwelten. — 
Die mittlere Temperatur beträgt nad) Beobachtungen der 
Obfervatorien: 
im Januar April Suli September Iahrestemperatur 
Warihau . . .. —43 +7,11 -+18,5 —+13,4 47,2 
Nowo-Alexzandria — 3,3 +85 +19,0 —+14,0 + 7,8 
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