Full text: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Die Zufuhr von Zink in Geftalt von Gäufen und BlehH nad 
Polen betrug im Jahre 1911 zirka 700000 Pud. — 
Die Kupferbergwerke Polens werden [eit 1820 nicht mehr 
betrieben. Die Lagerftätten der Kupfererze [ind bis jekt unerfor[dht, 
weshalb es aud unmöglich ift, fiH über ihren Borrat zu äußern und 
ihre Exploitation Sionomild) und tedhnijdh zu beurteilen. 
Bon den wichtigjiten Mineraljhägen fehlen Kongrek-Polen Salz 
und NMaphthHa. Die unbedeutende Salzproduktion in der Umgegend von 
Tiedhocinek (zirka 200000 Pud jährlich) fpielt Feine Rolle im Vergleich 
zu dem Bedarf des Landes. Salz als Rohftoff bildet die Grundlage 
der Hemifjden Indufjtrie und fpielt hierbei Ddiefelbe Rolle wie Kohle 
und Eijenerz in der Eijenindultrie. Naphtha ijt neben der Kohle 
das vorzüglidhjte Brennmaterial und die Motorkraft für die BVer- 
arbeitungsinduftrien. 
Die nadhjtehenden Ausführungen über die Indujtrie Kongrek- 
Polens, ihre Entwidlung und ihren Stand vor Ausbruch des Welt- 
irieges haben gewijjermaßen nur einen Hijtoriflhen Wert, insbejondere 
die ftatijtijden Daten, jedody ermangeln fie nicht eines Interejjes, da 
ji aus ihnen mehr oder weniger auf die weitere Entwidlung der 
polnifden Indujtrie Schlüffe ziehen fallen und uns Anhaltspunkte und 
Grundlagen hierzu gewähren. 
Dur die Iriegerifgen Ereignijfe, die unfreiwillige oder plan- 
mäßige Zeritörung ganzer Indultriejtätten, dur die AWbwanderung 
oder militärijdhe Einziehung der Arbeiter find die gegenwärtigen Ver. 
hältnifje der Indufjtrie volllommen in Verwirrung geraten, Jo daß 
gegenwärtig eine genaue 3ahlenmäßige Angabe in den meilten In- 
dultriezweigen vollibommen unmöglid) wird. 
Db fig in Zukunft die früheren Zujtände wieder einfinden wer- 
den, it zurzeit no nicht überfehbar. Iedenfalls hat die polni[de 
Sndultrie dur den Krieg eine furchtbare Schäbigung erlitten, an 
deren Nadhwirkungen fie zweifellos eine lange Reihe von Jahren nod 
zu leiden haben wird. — — 
Die gefamte Fabrikinduftrie Polens Konzentrierte [id bisher — 
bis auf wenige zeritreut liegende Fabriken — infs der Weichjel in 
drei Mayons: dem Lodzer, dem Sofnowice-Czejtodauer und dem War- 
dauer. Die beiden erften trugen ein ftreng einheitlides Gepräge: 
Der Lodzer Rayon, welder die Stadt Lodz mit ihrem Kreis, ihre 
Nachbarjtädte Zgierz und Pabianice, ferner die Städte Tomalzow, 
Ozorfow und Zdunjfka-Wola umfakt, war Sik der Textilindujtrie, der 
Sofnowicer Rayon jener des Bergbaues auf Kohle und Eijen und der 
Hütteninduftrie, feit 1877 audy der Tezxtilindufjtrie, namentlid der 
Spinnerei. Der Warichauer Rayon weilt diele Einheitlidhkeit nidht auf,
	        
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