Full text: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Der ZwijdHen- und KettenhHandel fpielte feit jeher in Polen 
eine befonders große Nolle. Die meijften Gegenjtände, die in den 
Handel kommen, befonders die Iandwirt[HaftlidHen Erzeugniile, gehen 
durch fünf bis fehs Hände, ehHe fie in den BeliH des Verbrauchers 
gelangen. Auch diejer Mikfjtand verurfachte eine erheblide Preisjteige- 
cung und verteuerte die Mare unermeklid. Begünftigt wurde diefjer 
ungejunde Zwifldhenhandel durch das Fehlen von Handelszentren, von 
Märkten, auf denen der Produzent unmittelbar [eine Waren dem Ver: 
braucher anbieten und verkaufen Konnte. Der Wanderhandel, der 
Ausgangspunkt in der Entwidlung eines modernen Handelsverkehrs, 
blüht nod) im weitelten Make. Die fogenannten Jahrmärkte in den 
fleinen Städten verlieren mehr und mehr an Bedeutung. Urjachen 
dafür find die weiten Entfernungen, die Berbefjerung der Verkehrs- 
itraßen und Eifenbahnen und die Berjhuldung der Bauern an die Juden. 
Der Detail-, befonders der Produktenhandel, liegt zum 
weitaus größten ‘Leil in den Händen der Juden. Der Iude Kauft 
und verkauft alles, er bejdhafft den Hausfrauen die erforderlidhen 
Qebensmittel, er Kauft den Bauern die Mild, das Getreide ad und 
taujdht es gegen andere Waren ein und fährt es an die geeigneten 
Berkaufsitellen; in den Heineren Städten beherrfhen die Juden voll- 
tommen den Handel. Sie fahren im Lande umher, führen Stoffe und 
andere ähnlide Bedarfsartifel bei fiH und taufden diefe gegen Lebens» 
mittel bei den Bauern ein. Die Erbauung von Marfkthallen in den Städten 
MWarfhau und Lodz Hat einen gewijfjen Wandel gefgaffen, aber aud 
hier Jieht man an den BVerkaufsfjtänden fajt nur Iuden als Händler; 
der Bauer, die deut[/de Marktfrau fehlen fajt überall. In den jog. 
Bazaren, einer Art von ftändigem Yahrmarkt, ijt es nicht anders. 
Auch hier find es aus[hlieklid Yuden, die ihre Verkaufsjtände haben 
und ihre zumeijlt minderwertigen Kurzwaren und Lebensmittel zum 
Berkauf anbieten. 
Au die Banken waren größtenteils in jüdijdhen Händen, Jofern 
fie nicht rujjifldhes oder ausländijdes, zumeiflt deut[des Kapital ver: 
traten. Bolnijdes Geld arbeitet nur in einigen größeren Bankhäujern 
der Warfhauer Finanzgruppe. ÄÜhnlih it es im Grokhandel. im 
Nuhrwejen und in der Schiffahrt. 
Inwieweit [id der Großhandel mit Ein- und AWusfuhrhandel be- 
jaBte oder nur Tranfithandel trieb, ijt fehr Ihwer feitzultellen. da 
hierüber Itatijtijde Erhebungen fehlen. 
Audy der Großhandel liegt zum Teil in den Händen der Iuden. 
Die in Warfhau lagernden großen Borräte befinden [ih hHauptlächlich 
im dortigen Iudenviertel, in Nalewtki. 
Dab der Handel falt ausfHlieklid in den Händen der Juden
	        
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