Full text: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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ihledhteften bezahlten SHandwerke, wie die Slaferei und Klempneret, 
jind fajt aus[dhlieBlidh in ihren Händen. Es find dies aber gewöhnlich 
Handwerke, die nicht in eigenen MWerkjtätten, fondern in den Häufern 
der Kunden ausgeübt werden, wodurd) es möglich wird, ohne An- 
[agefapital auszulommen und mit dem Handwerk die BejdHäftigung 
eines „Faktors“ zu verbinden, Sn einer Reihe anderer Handwerke, 
wie in der Schuhmaderei und Schneiderei, bilden die Yuden, eine niedere 
Kategorie der [og. „Pfujder‘“, die billig und jHledht arbeiten. Eine 
LieblingsbefhHäftigung der Iuden bildete früher in Polen das Schanf- 
gewerbe; infolge der Einführung des jtaatlidhen Branntweinmonopols 
jind aber diefe jüdijdhen Schankwirte von der Bildfläde verJdwunden. 
Ziemlich viele Yuden betreiben pactweije die Mildwirtjdhaft, wobei 
ein folder Pädhter in der Regel aud Handelsagent ijt. Eine weitere 
Spezialität diejer Juden ijt die Padhtung von Obitgärten mit reifenden 
Früchten. Ein großer Teil der Fleijder in Polen jind Kuden; be- 
jonders in den Markitfleden RBolens finden fi fait aushlieklid jübilche 
leider vor. — . 
Die jüdijgen Kaufleute in Polen belhäftigen [id vorzugsweile 
mit Getreide, Vieh- und Holzhandel. 
Viele Yuden befhHäftigen fiH aud mit dem Geldhandel. Aus 
ihnen rekrutiert [ih ein anfehnlider Teil der Bankiers aller Stufen, 
von den Leitern und Miteigentümern der gröhten Finanzinjtitute bis 
zu den Heinen Geldwechilern. Sehr viele von ihnen find aud zugleich 
Pfandleiher und Wucherer, weldhe unter den ärmiten Bevölkerungs- 
jOihten in Stadt und Land operieren. Das Wuchergelchäft it ins- 
befondere auf dem fladen Lande aufgeblüht. 
Sm Verhältnis zur Gejamtzahl der in den einzelnen Berufs- 
gruppen tätigen Perfonen weijen die Suden folgende Prozentjäge auf: 
Handel 73,0; Induftrie und Handwerk 23,3; Transportwejen 
22,4; freie Berufe 17,2; Häusliche Dienite und Tagelöhnerarbeit 12,4; 
Landwirt/Haft 0,5. 
Den vorhandenen Ziffern zufolge find von je 100 in Polen an- 
[älfigen SYuden tätig in folgenden Berufen: 
Handels- und Transportwejen 42,5; Gewerbe und Ynduftrie 34,9; 
häuslide Dienjte und Tagelöhner 8,3; undejtimmte BeidHäftigungen 6,6; 
freie Berufe, Beamten: und Militärdienjt 5,4; Aderbau 2,3. 
Sn Kongrekpolen Fommt den Iuden in der Tat eine durchaus 
eigentümlidgje wirt/haftlide Rolle von hervorragender Bedeutung 3U, 
und zwar nicht deshalb, weil [ih ein beträchtlidher Teil des im Lande 
vorhandenen beweglidgen Vermögens in jüdilhen Händen vereinigt 
findet; wie [hon erwähnt lebt hier die große. Mehrzahl der Iuden in 
tiefer Dürftigieit und Elend dahin. Aber gerade weil dieje Prole- 
tarier fo fehr zahlreid find, weil fie falt alle (77 %o der gefamten 
fr
	        
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