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teihßte. Gediminas eroberte die Fürftentumer Luck, Wladimir und Wol-
Aynien, gründete die Städte Wilna und Torki und hHob namentlidh
dur Berufung deutjdher Mönche, Kaufleute und Handwerker die Kultur
des Landes, Zahlreide Kämpfe nit dem deutichen Ritterorden fallen
in dieje Zeit.
Nach feinem Tode braden Bürgerkriege aus, bis das in adht Teile
zerfallene Reid) unter Gediminas Söhnen, Algirdas und Kenjtutis,
aufs neue geeinigt wurde, Algirdas (Dilgerd) eroberte Pleskau, Now-
gorod, Smolen|t und die Hälfte Galiziens. Er [Hlug die Tataren in
Bodolien, den rufjijden Großfürften Demetrius bei Mofhaijl. Ken-
jtutis Bielt die Nord- und Weftgrenzen des Landes in erbitterten
Kämpfen mit dem deutjden Orden, Damals reichte Litauen von der
Ditfee bis zum Schwarzen Meere,
Algirdas Sohn, Jagaila (Iagiello) vermählte [id mit der
polnijden Königstodhter YJadwiga und lieH jidH am 14. Februar 1386
in Krakau taufen. Litauen felbft trat er an feinen Better Bytautas
(Witowat) ab. Das Land war zu diejer Zeit kein gejAlofjener National-
jtaat in unjerem Sinne, €s reichte fajt bis Moskau und umfakhte den
größten Teil Weiß- und Rofruklands. Nur der zehnte Teil der Be.
wohner beftand aus Litauern. Darin lag ein Keim der Zerjeßung,
jo groß aud) der militärijde und politijde Einfluß Litauens damals
war. 1410 fHlugen Vytautas und Yagaila den Orden in der Schlacht
bei Tannenberg.
Nad dem Tode des Vytautas, des hedeutenditen Nepräfentanten
der Kitauijdhen Gejdhidhte, wurde Grokfürjt Kafimir zugleid polnijdher
König. Seit 1501 find beide Länder [tändig durdg) Perfonalunion ver-
bunden. Litauens Gejdhidhte erfdheint nun im Lichte der polnijdHen.
Der Reichstag von Ljublin bringt die Vereinigung aud) in innerpolitis
[den Staatsangelegenheiten, Litauen wird von Polen über]dwenmt.
Der niedere Adel geht im Polentum auf. Die Leideigen|dhaft wird
eingeführt. Überall traten BerfallserjhHeinungen auf, bis endlich die
polnijden Teilungen von 1772, 1773 und 1795 das vereinigte Bolen-
Litauen als felbjtändigen Staat verjdhwinden lafjen. .
Der Teil Litauens jüdlihH der Memel am 1795 als „Neu=-Oftz
preuben“ an Preußen. Er murde 1807 durch Navoleon polnifjdh und
1830 ruffiich.
In den legten 60 Jahren ijt das völkijdhe Bewußtjein der Litauer
zu ungeahnter Stärke erwacht, bejonders durch die Kkatholijdhe Geiftlich:
feit gefördert. Eine Abwehr aller fremden, namentliH polnijden An:
jprüce ijft die Folge. Sie findet ihren AWusdrud in den Kämpfen
Litauens um das ihm gefhHidHtlidH und ethnographijh zugehörige Ge
biet — namentlich feine alte hiltoriidhe SHauptitabt Milna. .