Full text : Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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machen, im Gouvernement Wilna Hingegen nur 18%. Wir fehen
jerner, daß diefe Litauer nur zu einem ver[dwindenden Bruchteil in
den Städten wohnen, das platte Land Hingegen volllommen beherrjden.
 In den Städten überwiegt das polnijde und namentlich jüdijcdhe
Element. Dies günftige Zahlenverhältnis für die Polen im Bezirk
Suwalti erflärt id daraus, daß hier die Statijtik die rein polnijdhen
Kreife Suwalki und Augujtow mit 101000 Polen mit inhegreift,
 die, wie eingangs erwähnt, als nidt zum ethnographi[den
Litauen gehörige Grenzgebiete ausge[dhieden werden mülffen, was die
Stellung der Litauer prozentual bedeutend verbefjert. Das gleiche gilt
von den nidchtlitauijden Kreijen Wileika und Disna im Gouvernement
 Wilna, wodurdh fih die Zahl der zu Wilna gehörigen
Weikrulfen auf 545000 vermindern würde. Bezüglih diejer Weih:-rujfen
 hat Werbalis den ziemlich fidHeren Beweis erbracht, dak es lich
hier um entnationalijierte Litauer handelt, Er jagt: „Zuleßt ilt nod)
zu erwähnen, daß dieje ‚WeiHrujfen‘ felbjt, die fi von den Rulfjen
und den anderen Völfern nur durdhH die Konfelfion (röm.-kath.) zu
unterfdeiden verltehen, fiH am Häufigiten für Polen halten, und das
mit Rüdlidht auf ihr Glaubensbekenntnis *).“
Es fei in bdiefem Zufammenhange auf die Unterdrüdung des
[itauifgen Bolfes und feiner Sprache einerfeits dur Rußland hingewiejen
 — die mit allen Mitteln einfegende Rufjjifizierung Hatte fogar
das Drudverbot für litauifde Bücher von‘ 1864—1904 im Gefolge —
andererfeits auf den befonders nad) der Nevolution 1905 erwadhenden
Fanatismus, mit dem Polen und polonifierte Litauer im Gowvernement
 Wilna die Kitauilde Sprade bedrängten. Die polonifkierte Geijtlichteit
 JOrak in ihrem Chauvinismus nicht davor zurüd, die Titaui} he
Sprache von der Kanzel hHerab als „HeidnifhH‘“ zu verfjdHreien und die
[itauijde Geiftlichfeit. zu denunzieren. In einer BittjhHrift, die 70
[itauijde Prielter aus dem Bistum Wilna an Papft Pius X. am
1. Suni 1912 abfandten, heißt es wörtlid: „Machtlos fehen wir zu,
wie unfjere fatholijden Kirchen entweiht werden durch Befoffene, die
färmend unfere Predigten unterbrechen, unjere Gebethlicdher verbrennen,
das Volk gegen uns aufwiegeln und Frauen und Kinder, die auf
litauijd) beten, förperligH mikhandeln. Unfjere Kitauifden Bauern werden
 aefhlagen und verwundet, und menn lie fih mandmal ‚.. 3ZUr

*) Die BVerhältniffe unter diefen entnationalifterten Boltsiplittern im
Bölferkeilel des Bezirks Wilna zu erkennen, i{jt für Deutide ungeheuer [Hwierig,
da uns Tolche Gedankengänge vollitändig fern Hegen. Zu der legten Bemerkung
von MWerbelis fet angeführt, daß ih in Schamelken, wo man doch von „Entnationalifierung“
 Teineswegs reden Konnte, auf meine Frage nad der Nationalität
 von den Bauern überall die ftereotnne Antwort: „Yo bin’Katholit“.
befam.
            
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