Full text: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

Die Baltifchen Lande 
Bon W. von Maydell 
Unter dem Namen: die Baltijden Lande, falfen wir die Gebiete 
der heutigen Nepubliken Ejtland und Lettland zujammen, die Iulture 
Siltorifjd und wirt[Haftlih, foweit fie die früheren baltijden Provin- 
zen Ejtland, Livland und Kurland umfafjjen, bis in die jüngjte VBer- 
gangenheit innerlid zufammenhängen; dazu zählen jegt no: im Nord- 
weiten des Gouvernements Pleskiau das Ländchen der „Settus‘“*) und 
dann die LandjhHaft Lettgallen, die zulegt zum Gouvernement Witebik, 
in alter Zeit aber zu Livland gehörte. 
Un der Oftfjeeküfte erftreden fid) die Baltijden Lande von der 
Nordoftgrenze des heutigen Memelgebiets bis zur Mündung der Na- 
zowa in den Finnijden Meerbufen; im Ojten begrenzt [ie der Waffer- 
lauf der Narowa und der Peipusfjee bis zur Südweit]pige feines Aus 
läufers — des Plesiaujden Sees; dann verläuft die Ojtgrenze weiter 
jüdwärts in der Richtung auf das Dünaknie bei Drijja (S]tlidH Düna- 
5urg), wobei ethnographijd nördlih großruflijdhes und füdlidh weiß- 
ruflilhes Land angrenzt. Die Südgrenze lehnt jidH an litauifhes Land. 
Die heutigen Republiien Ejtland (Eejti) und Lettland (Latwija) 
ind als de facto, d. h. tat]ädlid beftehend von einigen Mächten an- 
erfannt, von anderen nicht. Eine AWnerfennung als de jure, d. h. von 
Rechts wegen BGejtehender Staaten Haben fie bisher nicht erreichen 
fönnen. 
Die Republit Ejtland umfakt die frühere Provinz Ejtland, die 
nördlidHe Hälfte Livlands, im Nordweiten des Gouvernements Ples- 
fau das fogenannte Settuland, die Infeln Defel, Dagoe, Moon, Worms 
und eine Anzahl Heinerer Injeln in den Kültengewälflern und hat 
einen Flädheninhalt von etwa 46000 qkm. (Die Grenze gegen Lett- 
[and it no nidHt genau feftgelegt.) 
Die Republik Lettland umfakt Kurland, die [üblidHe Hälfte von 
Livland, Lettgallen, das zum Gouvernement Witeb]t gehörte, und daran 
angrenzend einen Heinen Landitreijen des Gouvernements Pleskau. 
Der Fläcdeninhalt Lettlands beträgt etwa 67000 qkm. (Die Grenzen 
*) Griechifidh-orthodozer Eliten, die einen befonderen Dialekt Iprechen.
	        
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