Full text: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

— 224 — 
Alien hinein. Und dieje Bedeutung des Gebiets als Umfchlag- und 
Stapelplas ijt beftehen geblieben bei der wechjelvollen politijden Ber- 
gangenbheit, 
Wie vor fieben Jahrhunderten, fo gehören nod) heute Fladhs und 
Helle zu den wicdhtigiten ANusfuhrwaren; in den legten Yahrzehnten jteht 
die Holzausfuhr an erfter Stelle und vor dem Kriege Hatte die Butter- 
ausfuhr, durd) den Weg, den der fibirijdHe Butterexport über die bal- 
tildjen Häfen nahm, einen ftetig zunehmenden Umfang erreicht; die 
bedeutende rullilhe Eierausfuhr über die Oltjeehäfen ijt [Hlieklid noch 
hervorzuheben. LandwirtjHaftlide Erzeugnijje und Forftprodukte be- 
herr{dhten die Ausfuhr nad) Wefjt- und Mitteleuropa. Der Haupt: 
iunde vor dem Kriege war England. 
An der Spike der Einfuhrwaren ftand Baumwolle — zum großen 
Teil für die innerruffilhe Textilindujtrie, Eingeführt wurden ferner 
nod) Maljdinen — befonders landwirtfHaftlidHe und Düngemittel, Roh- 
gummi, Kohlen und Koks, Hemifdhe Produkte und AWpothekerwaren, 
Heringe und Tee und bhefonders au Metalle als Rohitoff für die 
baltijdhe Indultrie, 
Vom gejamten AWukenhandel des rujjijhen Reichs entfiel cin AUn- 
teil von ?2/, auf den Handelsweg über die Häfen der Baltijden Lande, 
Unter den baltijden Seehandelsjtädten ftand Riga von jeher 
an erfter Stelle, Reval war der bedeutendite Einfuhrhafen für Baum- 
wolle. Der jibiride Butterexport ging zulekt hHauptjädlidh über Win: 
dau. Libau, das den Vorzug der Eisfreiheit hat, fing an, [id Jtark 
zu entwideln und Riga Konkurrenz zu madjen. Pernau war befonders 
durd) feine Ausfuhr von Fladhs halktijHer Provenienz bekannt. 
War die geographi[He Lage bejtimmend für die Stellung, die dem 
baltijden Küljtenlande im Welthandelsverfehr zufallen mukte, [jo ijt 
es verjtändlid von wie großer Wichtigkeit die Entwidlung und Unter- 
haltung der inneren Verkehrswege, die die Warenbeförderung zur Külte 
erleidhtern fonnten, von jeher fein mußte. Während in den Sftlid 
angrenzenden Gebieten die Landjtraken alles zu wünfdhen lHieken, gab 
es [don lange vor der Zeit der Eijenbahnen in Alt-Livland wohHlunter- 
haltene Handels und Heerftrahen, an die [ih ein veräjteltes Neg von 
Kieswegen anjdloß. In fpäterer Zeit wurden durH den Bau einiger 
Chauffjeen die Verkehrsverhältnifje weiter gefördert, und im lebten 
Viertel des vorigen und zu Anfang unfjeres Jahrhunderts brachte der 
Eijenbahnbau eine neue BVerkehrsbelebung. An die Magijtralen [Hoffen 
jid) bald auf private Initiative erbaute JHmalfpurige Zufuhrbahnen 
und vor dem Kriege Konnte fid jede Gegend der Vorzüge des modernen 
Verkehrsmittels erfreuen. Der Krieg aber, der fonjt jo unendlidh viel 
zerftört hat, brachte auf dem Gebiet der Entwidlung der Verkehrswege 
ginen weiteren IOhnellen Fortidhritt. Sowohl von rulliiher wie von
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.