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jeutiher Seite wurdeh aus ftrategilden Gründen neue Landjtraken
und. Eijenbahnen gebaut, die im Frieden eine andere Bedeutung ge
ninnen werden.
Die wicdtiglte Frage auf dem Gebiet des VBerkehrswejens {jt Heute
bie der Ausgejtaltung der inneren MWalferwege zu Berkehrswegen. Im
Brennpunit des Interelles jteht da der als nötig und erwünfdt er-
fannte Ausbau zweier großer Magijiralen von Oft nach Welt, einer
im Ilettilgen und einer im eltnijden Gebiet.
m Tettijden Gebiet it die Schiffbarmadhung der Düna ein
Problem von europäijdher Bedeutung, wenn durd) eine weitere Fort-
jeßung Ddiejer Wafierftrake längs dem Dünaljtrom dur Weißrukland
und eine Kanalverbindung mit dem Dnjepr ein neuer Schiffahrtsweg
durch die Ukraine bis zum Schwarzen Meer entiteht. Heute ijt der
nächtige Dünaftrom nur bis Riga für größere Fahrzeuge ichiffbar,
neiter oberhalb verkehren — ber Stromjhnellen wegen‘ nicht ohne
Gefahr — nur fladgehende Kähne, und die Bedeutung diefes Stromes
beruht für das weite Hinterland hHauptfächlid auf der Holzflößung.
Sm eftnifden Gebiet verläuft die von der Natur vorgezeichnete
fünftige Waffjerftrake vom Peipus den Embad aufwärts an Dorpat
porbei bis zum Wirzjärwijee und von dort weiter längs MNeineren 3zU-
jammenhängenden Flukläufen und dur den Felliner See bis BPer-
nau. In der Ordenszeit fol bei dem damals größeren Wafferreidtum
diejer Waljerweg in jeiner ganzen Ausdehnung benußgt worden ein,
und feiner Neuausgeftaltung würden heute natürlide Hinderniife nicht
im Wege ftehen.
In früherer Vergangenheit vollzog ih der „Ruffenhandel“ über
den Beipus und längs der Düna. Die Natur hat hier wohl aud die
Haupthandelswege der Zukunft vorgezeihnet, auf denen jid) die Mallen-
güter des Oltens zur baltijdjen Külte bewegen werden.
Wie [ih die politijhe Zukunft der Baltijdhen Lande, der Heutigen
Republiten Lettland und Eitland, geftalten mag, ijt eine Frage, deren
singehende Erörterung night in den Rahmen diefer Wbhandlung ge
Hört. Dak diefes Gebiet nur im Zujammenhang mit Rußland ezxijtieren
fönne, oder richtiger Rukland nicht ohne feine Beherrihung, it eine
iehr verbreitete Anlidht. Auf politiidhe Prophezeihungen kann Dver-
;ichtet werden. Es mag aber an die Bergangenheit erinnert werden,
die IHon andere Möglichkeiten bewiejen hat. Die Gejhidhte findet
;mmer wieder neue Wege. Wir wollen dem die Augen nicht ver-
idlieken, weil wir fonit den Standvunkt obieftiver Beobachter perlieren
mürden.
Die baltijde Frage hat Heute noch feine Löfung gefunden, die eine
Dauer verbürgt; durch eine verblendete Verdrängung von allem, was
beutih ift im Lande, wird [old eine Qöfung aud) nicht erreicht wer-
Die mirtichaftlide Zukunft des Ditens 15