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Einwohnerzahl auf rund 1 Millionen Seelen annimmt, was für die
Beurtheilung des Consums und der Arbeiterverhältnisse von Wichtigkeit ist.
Dabei mutz man die Vertheilung der Bevölkerung ans Stadt und Land
un Auge behalten. Auch bezüglich der Städte sind die Angaben über die
Seelenzahl außerordentlich verschieden. Für Havana allein wird eine solche
von 200 bis 230 000 Bewohner und darüber angegeben. In den Handels
nachweisen werden stets zehn Häfen aufgeführt, welche für den Verkehr
der Insel Bedeutung haben. Nimmt man für diese, schlecht gerechnet, etwa
300 000 Menschen, im Ganzen also die städtische Bevölkerung auf eine
halbe Million Seelen an, so bleibt für das Platte Laild nicht mehr als
höchstens eine Million übrig. Schon hieraus kann man auf die Arbeiter
verhältnisse einen Schlutz ziehen.
Was das Deutsche Element in Euba anbetrifft, so bestanden in der
Havana dreißig selbstständige deutsche Firmen, und auf der ganzen Insel
lebten etwa 300 Deutsche. Unter diesen befanden sich 4 Besitzer von Zucker
pflanzungen und 2 Besitzer von Tabaksfabriken; zehn deutsche Versicherungs
gesellschaften waren in Havana vertreten. Eine namhafte Vermehrung
dürfte die Zahl der Deutschen seitdem wohl nicht erfahren haben.
Es wäre ein Irrthum, sich die Insel Cuba als eine weite frucht
bare und für jegliche Bebauung taugliche Ebene, gleichsam une einen Gar
ten, vorzustellen. Vielmehr ist sie im Innern fast durchweg bergig, von
Westen nach Osten in der Höhe ansteigend, im mittleren Theile bis zu
600 m, im Süd-Osten bis zu 2400 m sich erhebend, dort ein wildes, zer
klüftetes Kalkgebirge, vielfach mit dichtem Holzbestande. Zwischen diesem
rauhen gebirgigen Innern und dem Meere zieht sich in breitem Gürtel ein
Flachland, von zahlreichen Gewässern durchströmt. Die Beschaffenheit des
Landes bedingt es, datz keiner der Flüsse einen längeren Lauf hat, und
datz nur wenige von ihnen auf kurze Strecken in das Innere hinein schiff
bar sind. Der größte ist der Rio Canto im Thal von Baynmo, welcher
bei Manzanillo an der Südküste ins Meer mündet.
Ganze Strecken des Binnenlandes sind noch wenig bekannt und die
Kenntniß von der geologischen Beschaffenheit der Insel noch unzureichend,
da es an regelmäßigen und gründlichen Forschungen bisher gefehlt hat.
Die unwegsame Gebirgsgegend bietet den Ausständigen mie den flüchtigen
Sklaven einen schwer zugänglichen Zufluchtsort; sie hat wesentlich zu der
Wiederholung und Verlängerung der Unruhen beigetragen. Als Gesteine
und Metalle, welche der Handel und das Gewerbe nutzt, werden aus
älterer Zeit Gold, Silber, Kupfer, Magnet-Eisenstein, Gyps, Marmor und
Jaspis erwähnt; auch Kohlen sollen gefunden sein, doch in unerheblicher
und für gewerbliche Zwecke nicht hinreichender 'Menge und Güte. Gold
ist seit Jahren nicht niehr aus dein Flußsande ausgewaschen, auch die
Ausbeute an Silber war nicht von Belang. In neuerer Zeit scheint die