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und mehr) und dauert lang genug, um troß der Kalten Winter den
Anbau fubtropijdher Pflanzen zu ermöglidhen; übrigens wird die Hike
;m Sommer gut vertragen, da die relative Feuchtigkeit fehr gering
ijt: die Höhe der jährliden Nieder[dhläge beträgt nicht einmal 200 mm,
in den Sommermonaten (Mai— September) fällt in den Niederungen
Zurfeftans fait überhaupt fein Regen, die Menge des verduniteten
Waljers überfteigt die der Niederjhläge bei weitem, fo dak viele Wlülje
m Sommer verliegen.
Bevölkerung. Die Bevölkerung RullijdhH-Zentralajiens beträgt
#twa 10,7 Millionen, was einer Didhtigkeit von 3,4 (pro Ouadratwerit)
ant]pridht. Zieht man in Betracht, dak ein großer Teil in Dajen zu:
Tammengedrängt wohnt, fo fann man fig eine Vorftellung davon
machen, wie viele öde Landjtreden unbewohnt daliegen, wo mandmal
auf vielen Hundert Kilometern feine Anfiedlung anzutreffen ift.
Die Bevölkerung bejteht zur überwiegenden Mehrheit (90%) aus
Mohammedanern; der Lebensweife nad) zerfällt fie in Nomaden und
Unjälflige. Zu erfteren gehört vor allem das turko-tatarijdhe Bolt der
Kirgijen, die ungefähr vier Millionen ftarf das weite Gebiet vom
Yralfiuß und Kaljpijden Meer bis zur AHinefijden Grenze, von Omit
dis Tajdfent bevölfern*). Ehrılidy und fleikig, aber auf verhältnis-
nähig niedriger Kulturftufe ftehend, find die Kirgifen zu dauernder
ihnen ungewohnter Tätigkeit [Hwer zu erziehen. Die anderen Nomaden-
55ölferjhaften find von untergeordneter Bedeutung **). Unter harten
Bedingungen müffen die Nomaden ihr Leben frijften; nur während der
Aurzen Regenzeit können fie die Steppen ausnußen, bei Beginn des
Sommers müfjen fie weiter nad) Norden, jelbit nad Sibirien oder
‘ns Gebirge ziehen. Gegenwärtig findet bei den Nomadenjtämmen ein
unaufhaltjamer allmählidher Übergang zur anfäfligen Lebensweije ftatt,
dement|predjend tritt an Stelle der feit NVahrtaufjenden betriebenen
Biehzudht der AWderbau. Bereits jekt führt über die Hälfte der ein
zeborenen Bevölferung Iurkejtans ein anfäljfiges Leben; am zahl
reichjten ijt das Turkvolf der Sarten, die das ganze Zentrum Turke-
'tans bewohnen und allmählidh die anderen benachbarten Völfer[dhaften
‚Yzbefen, Kiptjdhaken, Karakalpaken, Tadjhikfen) in fid aufjaugen. Die
Sarten find ein faufmänni[jd hohbegabtes Volk, dabei bedürfnislos,
meijt ehrlid und zäh an althergebracten Iulturellen und wirtidhaft-
liden Forderungen fejthaltend. Unter den Europäern [tehen der Zahl
1ad) die Rufjen an erjter Stelle, es find teils Jon feit längerer Zeit
dort anjäflige Kofaken, teils Bauern, die von der rujlijdhen Megierung
*) Nah verwandt mit den Kirgifen find die Karakirgijen in Fergana und
Teilen des Semiretfchje= und Syr-Darja Gebiets.
**) So die Karakalpaken an der Mündung des Amu-Darja,-die Turkmenen
in Transkalpien und verichiedene andere fartilierte Stämme.