Full text : Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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vertrag, der bis zum 18.—31. Dezember 1917 in Geltung bleiben
jollte, verriet aud) nicht die leijelte freihändlerijde Regung; er enthält
zum Teil eine beträchtlide Erhöhung vieler rufjfijdher Tarifpolitionen
für deutjde Induftrie-Erzeugnifje gegenüber den Sähen des VBertragstarifs
 vom Jahre 1894; doch jind in iHm au für eine ganze Reihe
von Waren die früheren Zowlläge bejtehen geblieben. Ferner bedingte
der Vertrag eine nidHt unbeträchtlidHe Erhöhung der deutihen Einfuhrzölle
 auf ruljijde Agrarprodufte,
Das Syltem der Differenzialtarife, das auf den ruflijden Eijenbahnen
 Anwendung fand, heftand darin, daH die Frachtjäke bei wei
ten Entfernungen im Verhältnis niedriger waren, als die auf Kurze
Entfernungen. Ihre Einführung |: Mte den Warenaustaufjh 3zwijdHen
voneinander weit entlegenen Gebieten im ruljijden Reiche felbit
deleben, wie andererjeits eine möglicdhjt billige Zujtellung der für den
Export nad) dem Weiten hejtimmten Waren gewährleiften, Die Ein-Führung
 bdiefes Syftems hat au) unverkennbar zur Förderung des
rullijden Innen- fowie Aukenhandels wefentlid) beigetragen, obgleich
biejfes Syltem einigen, vorwiegend Landwirt]hHaft treibenden Provinzen
 zum Nachteil wurde. Die IandwirtHaftliden Erzeugnijfe 3. B. der
baltijgjen Provinzen, die mit Höheren Produktionskoften belajtet waren,
als diejenigen der rullijden Innengouvernements, fonnten mit lekteren
[OlieHlidh in bezug auf die Preije faum noch konkurrieren. — In engem
3Zujammenhang zu der Einführung der Differenzialtarife [tand aud
die Einführung des Zonentarifs, der nur im Perfonenverfehr Anwen:
dung fand. Auch bei diejem ermäbhigte jid) der Fahrpreis mit zuneh»
mender Entfernung, d. h. die Neije auf weite Streden war im Ver.
Hältnis billiger, als die auf Iurze Streden. Dur die Einführung
des Zonentarifs jollte der Perjonenverfehr gehoben und vornehmlid)
eine jtärifere Benukung der Bahnen auf längere Streden herbeigeführt
werden.

Ausländifches Kapital in Nußland

In Ermangelung einer Statijtif läßt JihH die HIhHe des in rulli-(den
 Staatsanleihen und Privatunternehmungen vor dem Kriege invejtierten
 ausländijdhen Kapitals Iaum fejtjtellen. Frankireidh war jedoch
der größte Gläubiger Ruklands [cwohl in bezug auf die ruflijlchen
Staatsanleihen, wie aud) Privatinvejtierungen. Im franzöljilden Beliß
befanden fi rujjijde Staatsanleihen im Werte von 13,90 Milliarden
Hranfen (in diefer Summe find jedod) die während des Krieges in
Hrankreid) untergebradten rufjijden Anleihen enthalten ohne Einrednung
 der Zinsrüdfjtände). Bei Hinzunehmen der Stadtanleihen, Handelswechjel
 der franzöjijdhen Indufjtrie = Interejljen würde [ih der Betrag
 (allerdings bis auf den heutigen Taq agerechnet) ungefähr auf
            
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