Full text: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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Hoffnungen bezüglid einer baldigen Flacdhsausfuhr aus Sowjetruß- 
[and nad) Deutjdland äußerte. Überaus interejjante Angaben über 
diefen Gegenjtand enthielt ein Aufjakg von Boldyrew: „Die Ausfidhten 
der Fladhsausfuhr aus Rußland *).“ Laut Boldyrew verlor Rußland 
durd) den Frieden von Breit-Litowjt von den 27 Fladhs anbauenden 
europäijden Gouvernements 11. In diefen ‚abgetretenen der hefjekten 
elf Gouvernements (Litauen, Weikrukland, Baltikum), wurden 1914 
— 7566600 Bud Flacdhs geerntet, oder 42,5% der Fladhsernte der 
27 Fladhs anbauenden Gouvernements des europäijden KRuklands. In 
den 16 FladHs anbauenden europäifjhen Gouvernements, die Rußland 
verblieben waren, wurden 1914 — 10209300 Bud Flads geerntet. 
In dem legten Jahre vor dem Kriege 1913 betrug die mit Fladhs an- 
gebaute Fläde in ganz Rukland laut Daten des Statijtijlden Zentral- 
fomitees 1515494 Dekjatinen und die Gejamternte 51468000 Pud. 
Dies ijt eine Mekordziffer, die vorher nie erreidt worden ijt (1912 
wurden 48800000 Bud geerntet). Die Rekordziffer der Fladjsaus- 
fuhr aus Rußland betrug 19300000 Pud im Werte von 107 500 000 
Rubel im Jahre 1912. Bon da an fällt die Fladhsausfuhr und be. 
trug 1916 nur 6300000 Bud. 1917 ijt eine Steigerung zu bhbemerten, 
da 8400000 Bud Flacdhs zur Ausfuhr gelangten, von denen allein nad) 
England 5348853 Pud ver[hifft wurden. Im Iahre 1918 Dhatte 
die Flachsabteilung des Sowjets für Außenhandel von den aus dem 
Nahre 1917 ins Jahr 1918 übernommenen 12000 000 Pud Rejtbeftän- 
den an Flachs, 4,5 Millionen Bud zur Ausfuhr beftimmt, 4,5 Millionen 
Bud [ollten der rullijden Yndujtrie zur Verarbeitung übergeben wer- 
den, während 3 Millionen Pud einen Refervefond für die ruflilche 
Snduftrie bilden follte, Und nun die weitere Entwidlung. Einige 
wenige Daten aus bolidhewijtijldHer Quelle iNuftrieren fie befjer als die 
[ängiten Abhandlungen. Der Oberjte Sowjet der Volfswirt/dhaft hat 
im Sahre 1919 insgefamt 5500000 Bud Fladhs aufgebracht**). Über 
die Ausfichten der ruljilden Fladhsproduktion äußerte fih Rykow auf 
dem 3. Kongreß der Sowjets der Boliswirtiqhaft (Moskau 22.—25. Ja- 
Aauar 1920) u. a.: 
„Die Fladhsanbauflädge ijt nad) annähernden und ungenauen An- 
gaben gegen früher um 30% zurüdgegangen. (Welder Zeitpunkt 
ijt bier mit ‚früher‘ zu verftehen, die Vorkriegszeit oder die Zeit vor 
Beginn der holjdhewiltijden Herrihaft? Der Verf.) Früher betrug 
Rußlands Flacdhsertrag 20 und mehr Millionen Pud. (‚Früher‘ hat 
der Fladhsertrag Ruklands au mehr als 50 Millionen Pud betragen, 
jo 1913, allein in den 27 europäilhen Fladhs bauenden Gouvernements 
*) Bote des VBolistiommiffariats für Handel und Indultrie, Heft 3/4, 
Iult 1918, 
**) Qaut WB. Miliutin. Val. Rulfliighe Korrelpondenz Nr. 8/9, Yunt 1920.
	        
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