—_ RO —
gleicher Kulturjtufe mit Waffengewalt zu unterwerfen, haben fie Ioloni-
jatori[de Erfolge nur in den Teilen ihres politijdhen Mactbereicdhs
zrzielen fönnen, in denen die Iulturell ihnen unterlegenen ugro-finnilden
und türkijdh-tatariiden VBölkerjhaften Iebten, wie Hauptjädlih im Nor
den und Ojten. Hier ijt es den Grokrujfen gelungen, die Urbevölferung
teilweife zu verdrängen, teilweije in fidh aufzunehmen, wenn aud) überall
in den großru/lildgen Kolonifationsgebieten noch gejhlojfene Siedlungen
der Urbevölferung erhalten geblieben find. In den Übrigen Teilen
des Reiches, wie in Finnland, im Baltikum, in Litauen, in Polen,
in der Ukraine, hat der Grokruijje nirgends wirklid fejten Fuß fallen
fönnen und lebt dort in nur geringer Anzahl als Beamter, feltener
als Kaufmann oder Handwerker.
Nach der legten offiziellen Volkszählung im Rulfijden Reiche,
die im Iahre 1897 vorgenommen wurde, gaben bei einer Gefamt-
bevölferung‘ von rund 126 Millionen Menfdhen rund 56 Millionen
Ruflilh als ihre Mutterjprade an, alfo 44,3 % (Finnland nicht mit-
gerechnet). Für das Yahr 1910 wurde die Zahl der Grokrufjjen auf
71 Millionen bei einer Gejamtbevölferung von gegen 160 Millionen
angenommen. Als rein großruflijdh find die Gowvernements Wladimir,
Kofjtroma, Tula, Rjafan,. Kaluga, Yaroflaw, Orel, Moskau, Nows
gorod, Tambow, Plesiau (Pjfow), Nilhni Nowgorod, Twer, der Öjt-
[ide Teil des Gouvernements Smolenfk und der füdlidhe Teil des Gou-
vernements MWologda anzufjehen, wo die Grokrujjen überall mehr als
90 % der Gejamtbevölferung ausmachen, in den erften fieben der ge
nannten Gouvernements jogar mehr als 99 0%. Der Prozentjaß der
SGroßrujfen war im Ternrujjijden Gouvernement Moskau ein wenig
geringer, nämlich 97,4 %, was durd) die große Anzahl der in der
Stadt Moskau lebenden Fremden zu erflären ijt. Zerftreut in vielen
diejer ausgejprodjen großruflijgen Gouvernements find MNeinere An-
jiedlungen der ugro-finnifjden und mongolijden Urbevölferung zu fin-
ben, wie 3. B. die Karelen, Eliten und Ifhuden im Gouvernement
Pleskau, die Mordwinen und Tataren im Norden des Gouvernements
Tambow, die Mordwinen, TIidheremijjen und Tataren im Gouverne-
ment Nifhnij Nowgorod ulw. Einen überwiegenden Teil der Bevölfe-
zung bilden die Grokrujffen ferner im Gouvernement St. Petersburg
(81,9 %, in der Stadt St. Petersburg felbjt 86,5 0%), das jedoch
ein erft vom Beginn des 18. Jahrhunderts an intenjiver durdy die
Sroßrulfen Iolonijiertes Siedlungsgebiet finnijdher Bolisjtämme dar-
jtellt, ferner in den Gouvernements Penfa (82,9 %o), Kurjt (77,3 %o),
Wiatia (77,4 9%), Saratow (76,7 Vo), Orenburg (70,4 9%) und vielen
anderen. Das großartigite Kolonialgebiet der Grokrufjen bildet aber
neben dem Norden des Europäijhen Rußland Sibirien, wo die Groß-
ruffen gegenwärtig 76,8 00 der Gefamtbevölferung ausmachen. VBor-