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ben ver[dhiedenen Teilen 20—40 % der Getreidefläche bededt, Ferner
findet man hier Gerfjte, Hauptjächlid in den nördlideren Gouverne-
ments, Buchweizen und Hirfe im Olten und Süden. Aug Saatlein
und Fladhs werden viel angebaut, insbejondere in den Gouvernements
Pleskau, Nowgorod, Twer, Yarojlaw und Koftroma. Hanf ijt überall
zu finden, am meiften in den Gouvernements Kaluga, Orel und Kurt.
Sn den Gouvernements Woronejh und Tambow ijt der Anbau von
Sonnenblumen fehr entwidelt. Eine verhältnismäkig geringe Berbrei-
tung hat bisher die Kartoffel gefunden, trog vielfad) jehr geeigneten
Bodens. Eine nennenswertere Kartoffelproduktion Haben nur die Gou-
vernements Moskau, Wladimir und Iaroflaw aufguweijen. Der Ge-
müfebau ijt nur in der Umgebung der größeren Städte und im In»
dufjtriegebiet ftärker entwidelt und gewinnt dort für die Bevölkerung
eine erhöhte Bedeutung. Die Biehzucht jteht no) auf einem Jehr niedri-
gen Stande, Raffevieh ift fajt gar nicht zu finden. Gehalten werden
hauptfädlid Rinder, Schafe und Schweine.
Nu} die Bedeutung der Landwirt/haft für das großrullijde Kern-
gebiet wird nod) näher eingegangen werden, nur [o viel jet hier bes
merft, daß in vielen Teilen des Gebiets aud) in günitigen Jahren die
Produktion den Eigenbedarf nicht dedt.
Un BodenjdHägen it Zentralrukland aukerordent-
[ig arm. Das Moskauer Kohlengebiet ijt nur von geringem Umfange
und die dort gewonnene Kohle von minderwertiger Bejhaffenheit und
geringem Heizwerte. Die Ausbeute belief fig vor dem Kriege auf
nigot mehr als 350000 tons im Jahr und ift nur im der erften Zeit
bes Krieges in geringem Make erhöht worden. Ein zweites Kohlen-
gebiet befindet [id im Kreije Borowitidhi des Gouvernements Now-
gorod, aber dieje Kohle ijft nod) geringwertiger, als die des Moskauer
Gebiets. Aug im Gouvernement Kaluga [ind, freilid ganz unde-
deutende Steiniohlenlager gefunden worden. Eijen ijt in geringen
Mengen an verjdhiedenen Stellen zu finden, wie 3. B. in den Gouver-
nements Kaluga und Nijhnij Nowgorod, doch Hat die dort gewonnene
Ausbeute für den indujtriellen Bedarf Teinerlei Bedeutung. Die
zahlreid) überall im Waldgebiet vorkommenden, recht umfangreichen
Torflager find bisher nicht in nennenswertem Umfange ausgebeutet
worden, und erit in der allerlegten Zeit {it ihnen eine erhöhte Auf-
merfjamfeit gewidmet worden.
Bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts befand [ih Zentral-
rußland nody vorwiegend im Stadium der MNaturalwirtjhaft. Geld-
wirt/haft und Indujtrie waren nur ftellenweije in geringem Make
entwidelt. Erjt nad) der im Iahre 1861 erfolgten Aufhebung der
Leibeigen|Haft waren die Borbedingungen zur Entwidlung einer Groß-
indultrie auf Kapitaliftiidger Grundlage gegeben, und es febte aud) in
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